Infos zum Thema studiengebühren
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- Gewalttätige Ausschreitungen bei britischer Studentendemonstration - eine "Minderheit von Idioten" oder Auftakt zu einer größeren Protest-Welle gegen die Sparpläne der britischen Regierung? Die drastischen Sparmaßnahmen der britischen Regierung führten gestern erstmals zu gewalttätigen Ausschreitungen. Geschätzte 50.000 Studenten, "meist gut angezogen, freundlich, aber wütend", so ein Guardian-Bericht zogen zunächst friedlich durch die Londoner Innenstadt. Kurz vor dem Ziel der Demonstration, der Tate Britain Art Gallery, "stürmten" 200 Ausreißer das Millband-Gebäude, wo die Parteizentrale der konservativen Torys untergebracht ist. Die "nicht repräsentative Minderheit", vom empörten Präsidenten der National Union of Students, welche die Demonstration federführend organisiert hatte, als "Minderheit von Idioten", bezeichnet, schlug nach Medienberichten Fenster ein, lieferte sich Kämpfe mit der Polizei, warf mit Gegenständen, Eiern, Flaschen und Stöcken, zündete Feuer an und drang unter "Tory scum"-Rufen ins Gebäude ein; einige der teilweise maskierten Randalierer besetzten eine Zeitlang auch das Dach des Gebäude, von wo aus sie, wie berichtet wird, "Wurfgeschosse", darunter ein schwerer Feuerlöscher, und Wasser wahllos hinunter warfen. 14 Verletzte (Polizisten und Demonstranten) mussten ins Kranklenhaus eingeliefert werden, 35 Personen wurden verhaftet, die Parteizentrale evakuiert. Die Polizei, von den Ausschreitungen offensichtlich überrascht und schlecht darauf vorbereitet, wie später sehr beklagt wurde ("It's not acceptable. It's an embarrassment for London and for us"), benötigte allerdings mehrere Stunden, um wieder Herr der Lage zu werden. Wie hilflos sie angesichts der aufgebrachten Menge dabei zuschauen mussten, wie Scheiben des Gebäudes zu Bruch geschlagen wurde, ist auf einem Video der BBC deutlich zu sehen. Erkennbar ist darauf auch, worauf manche Berichte hinweisen: Dass die Menge der Unterstützer der "nicht repräsentativen Minderheit" ziemlich groß war. So ist die Rede von etwa 1000 Demonstranten, welche die Aktionen der Randalierer gelegentlich bejubelten und Aktionen der Polizei ausbuhten. Auch aus dieser Menge wurden Stöcke und anderes auf die Polizisten geworfen. Nun wird erwartungsgemäß darüber spekuliert, ob das der Anfang zu weiteren gewaltsamen Protesten ist, Vergleiche mit den Proteste während der Thatcher-Regierung werden angestellt. Allerdings wird auch darauf hingewiesen, dass die Mehrheit der Briten den Sparkurs der Regierung unterstützt und ebenso die Erhöhung der Studiengebühren. Konkreter Anlass der Demostration gestern sind die Kürzungen ("barbaric cuts") der Mittel für das Lehrpersonal an den Universitäten um 40% und die Erhöhung der Studiengebühren auf 9.000 Pfund ab 2012, falls die entsprechende Vorlage im Parlament durchgeht. Doch wie bei Protesten anderswo gibt es auch in Großbritannien Mutmaßungen darüber, dass der Protest sich nicht nur vom konkreten Auslöser nährt. Die nächsten Tage werden zeigen, wie die britische Öffentlichkeit auf die gestrigen Ereignisse reagiert. Gespannt ist etwa Channel 4 vor allem auf die Reaktion der Steuerzahler, die mitansehen mussten, wie teurer Schaden entstand, den sie bezahlen müssen: "And we'll be wondering how ordinary taxpayers respond to images of students and police in violent confrontation causing costly damage that the public purse will have to pick up the bill for."speichern vor 459 Tagen
- Studenten stürmen Parteizentrale der Tories ++ Aufgebrachte Studenten haben in London bei einer Demonstration gegen Studiengebühren schwungvoll die Parteizentrale der regierenden konservativen Partei gestürmt. Demonstranten drangen in den Gebäudekomplex am Themseufer ein. Einigen gelang es, auf das Dach vorzudringen, wo sie Transparente entrollten. Fensterscheiben gingen zu Bruch, aus dem Demonstrationszug wurden Wurfgeschosse auf Polizisten geschleudert. Die Beamten setzten Schlagstöcke ein. Sowohl Polizisten als auch Studenten wurden verletzt. Vor dem Parteihochhaus entzündeten Demonstranten auch ein Feuer. Hunderte Angestellte mussten nach einem Feueralarm das Gebäude räumen, in dem auch die Büros zahlreicher Firmen untergebracht sind. Zuvor waren tausende Studierende bei einem Protestmarsch durch das Regierungsviertel gezogen. Nach Angaben der Studenten-Organisation NUS beteiligten sich 30.000 junge Leute an dem Protest. Die Polizei sprach von 9000 Teilnehmern. Es war die größte Demonstration gegen die konservativ-liberale Regierung seit Amtsantritt von Premier David Cameron im Mai. Die Studenten brachten ihre Wut darüber zum Ausdruck, dass die Regierung den Universitäten erlauben will, bei "außergewöhnlichen Umständen" die Studiengebühren auf bis zu 9000 Pfund (rund 10.440 Euro) pro Studienjahr fast zu verdreifachen. Bisher zahlen Studierende an Universitäten in England, Wales und Nordirland bis zu 3200 Pfund pro Studienjahr. Die Gebührenanhebung soll zur Entlastung des britischen Haushalts beitragen. Insgesamt will die Regierung 81 Milliarden Pfund (rund 94 Milliarden Euro) in den kommenden vier Jahren aus dem Budget streichen, um die Rekordverschuldung des Landes einzudämmen. Die vorgesehene Gebührenanhebung mache die Hochschulen des Landes zu "Sperrgebieten für junge Menschen aus einfachen Verhältnissen", sagte Frances O'Grady vom Gewerkschaftsdachverband. Sollten Abgeordnete der an der Regierung beteiligten Liberaldemokratischen Partei ihr Wahlversprechen brechen und im Parlament für die Gebührenerhöhung stimmen, werde man die Aufhebung ihrer Mandate anstreben, kündigte die nationale Studentengewerkschaft an. Schönes Ding :)speichern vor 459 Tagen
- Entwicklung der sozialen Zusammensetzung der Studentenschaft ist unabhängig von Studiengebühren.speichern vor 480 Tagen
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