Infos zum Thema selektion
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- Download Dissertation von Friedrich H. Steeg (Rechenschwächetherapeut) zur "Rechenschwäche": "Die vorliegende Arbeit kritisiert die theoretische Manifestation von Rechenversagen als „Rechenschwäche“ als Konstrukt und liefert Argumente aus der Auseinandersetzung mit Entwicklungstheorie, Anlage-Umwelt-Konzept und empirischer Sozialforschung. Sie entwickelt ein abstraktes Konzept von Lernmethode von Zahl und Rechnen aus der Abgrenzung des Lernens zu seinen Voraussetzungen. Nach einer Darstellung von Rechenschwächetherapie folgt eine kritische Auseinandersetzung mit den Standpunkten allgemeiner und fachspezifischer Didaktik. Die Schule als zentrale Funktionseinheit widersprüchlicher Bildungsansprüche wird schließlich in ihren Auswirkungen auf tatsächliche Lernprozesse kritisiert. Die Arbeit versucht dabei speziell den Zusammenhang gesellschaftlicher Funktionen von Bildung und Schule mit "Rechenschwäche" aufzuzeigen."speichern vor 141 Tagen
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- Interview mit Rolf Jüngermann über die Tücken des deutschen Bildungssystems - Teil 1 Deutsche Politiker propagieren Bildung als Gegenmittel zu Integrationsschwierigkeiten und sozialen Verwerfungen. Dabei wird aber nicht nur ausgeblendet, dass die Gesellschaft auf implizit Ungleichheit erzeugende Konzepte wie dem Erbrecht aufbaut, sondern auch übersehen, dass das deutsche Bildungswesen in seiner aktuellen Form selbst ein maßgebliches Instrument der sozialen Auslese darstellt. Telepolis sprach darüber mit dem ehemaligen Studienrat [extern] Rolf Jüngermann. download Herr Jüngermann, Thilo Sarrazin betont in seinem Buch, dass sich die Intelligenz der Eltern auf ihre Kinder vererbt und erklärt somit die sozialen Ränder in unserer Gesellschaft sozusagen zum Ergebnis einer natürlichen Auslese. Was sagen Sie als längjähriger Studienrat dazu? Rolf Jüngermann: Zunächst einmal ärgert mich die Bedenkenlosigkeit, mit der in den Medien Aussagen fleißig weiter verbreitet werden, die überwiegend nur als grober Unfug zu bezeichnen sind und deren Autor selbst öffentlich zugeben musste, dass seine Datenbasis völlig unzureichend war und er daher seine Zahlen habe "schöpfen" müssen - nach der Methode: "Und wenn sie keiner widerlegen kann, dann setze ich mich mit meiner Schätzung durch." Vor dem Hintergrund meiner pädagogischen Erfahrungen möchte ich die Frage stellen: Von welcher Intelligenz ist denn in diesem Diskurs die Rede? Von der mathematischen? Der sprachlichen? Der technischen? Der musischen? Der sozialen? Der lebenspraktischen . . . oder von welcher? Oder von allen zugleich? Und auf welche Nachkommen wird sie denn vererbt? Auf alle in gleicher Weise? Oder vielleicht geschlechtsspezifisch? Rassenspezifisch? Ethnienspezifisch? Sozialspezifisch? Sprunghaft oder von jeder Generation zur nächsten? Oder wie?speichern vor 388 Tagen
- Interview mit Rolf Jüngermann über die Tücken des deutschen Bildungssystems - Teil 2 Mit den sozialen Biologismen von Thilo Sarrazin werden die katastrophalen Folgen des gegenwärtigen Wirtschaftssystems erklärt, ohne dessen Krisen und die ihnen vorauseilende neoliberale Politik als entscheidende Faktoren für die aktuellen sozialen Verwerfungen und geistigen Verelendungstendenzen benennen zu müssen. Doch auch Politiker, die als Antwort auf die Demagogie des ehemaligen Berliner Finanzministers die Bildung ins Feld führen, sind sich eines wesentlichen Grunds für die rasante Zunahme von Armut und Reichtum gleichfalls nicht bewusst: den sozialen Selektionsmechanismen des deutschen Schulsystems. Der Platz auf der sozialen Stufenleiter hängt weniger von Intelligenz und Arbeitseifer der Menschen ab als von ihrem Bildungsabschluss - der jedoch wird deutlich durch die soziale Ausgangslage und den Bildungsgrad der Eltern [local] bestimmt. Wahr ist also an Sarrazins Thesen, dass die Plätze an der sozialen Sonne gewissermaßen vererbt werden. Das aber liegt weniger an den Genen als am Bildungssystem, welches grundlegend reformiert werden müsste, um Ansätze von Chancengleichheit zu gewähren.speichern vor 388 Tagen
- Thilo Sarrazins Rassismen und faschistische Ideologeme Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, hat Thilo Sarrazin wegen dessen Äußerungen über MigrantInnen im Magazin Lettre International geistige Nähe zum Nationalsozialismus vorgeworfen. Es gibt viele gewichtige Gründe, die bislang nicht zuletzt der Zentralrat der Juden geltend gemacht hat, direkte Vergleiche zu Personen wie Göring, Goebbels und Hitler zu meiden. Eine historische Relativierung der Shoa ist nicht hinnehmbar, unabhängig von der Person, die sie vornimmt. Die Position zu äußern, Thilo Sarrazin würde nazistische bzw. faschistische Ideologeme vertreten, muss indes gestattet sein, sofern man den Nachweis hierfür erbringen kann. Insofern verwundert es zunächst einmal, dass ein Großteil der Presse sich gänzlich verständnislos über Herrn Kramer äußert, ohne sich auch nur die geringste Mühe zu machen, die Position Kramers anhand der Äußerungen Sarrazins zu überprüfen. Wir wollen dies im Folgenden vornehmen und im Weiteren Verlauf des Artikels die Frage klären, ob es sich beim Interview des Magazins Lettre International um einen Fall Sarrazin oder um einen Fall Deutschland handelt. Das mit Lettre International geführte Gespräch trägt in Kenntnis Sarrazins die Überschrift "Klasse statt Masse", eine im weiteren Verlauf paradigmatische Überschrift. Die Ansicht, es gäbe eine "Berliner Zweiklassengesellschaft", die dichotom in unten und oben aufgespalten sei, in Herrschende und Beherrschte, gehört indes eher zum Gedankengut marxistisch-reduktionistischer Theoreme als zum faschistischen Denken. Doch Sarrazin spricht ja auch nicht von "oben" und "unten". Die beiden Klassen werden von Anfang an utilitaristisch bezüglich ihres ökonomischen Nutzens für die Gesellschaft als Ganzes bewertet. Die erste Klasse ist eben "Klasse", die zweite Klasse nur "Masse". "Klasse" und "Masse" - Produktive und Unproduktive Während über die "Klasse" (Verwaltungsbeamte, Ministerialbeamte, d.h. ganz offensichtlich Sarrazin selber) relativ wenig gesagt wird, wissen wir recht genau, wer denn diese Masse sein soll. Die Menschen der Masse gehören nicht zum "produktiven Kreislauf", sie werden "ökonomisch nicht gebraucht", sie leben von Hartz IV und von Transfereinkommen. Nun könnte an dieser Stelle der gutmütige Leser noch einwenden, hier spräche der "große Zyniker" einer real-existierenden Globalisierung kapitalistischer Vergesellschaftung. Doch Sarrazin selber will eine solche Lesart von Anfang an erst gar nicht aufkommen lassen. So lautet der nachfolgende Satz, der sich durchaus bewusst des von Victor Klemperer präzise analysierten faschistischen Sprachstils bedient: "Dieser Teil (die Masse, der Verf.) muss sich auswachsen". Und Sarrazin lässt keinen Zweifel daran, was denn dieses "sich auswachsen" bedeuten soll. Eindeutige eugenische Szenarien werden nunmehr ins Spiel gebracht: Die Fortpflanzung der Masse ist zu verhindern, damit die Klasse nicht zu einer Randexistenz wird. Originalton Sarrazin: "Kein Zuzug mehr, und wer heiraten will, sollte dies im Ausland tun. Ständig werden Bräute nachgeliefert." Es dürfe nicht mehr sein, dass "ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert werden". ("Produzieren" = psychopathologischer Ekel vor der Sexualität der "Unterschicht" verbunden mit Sexualphantasien - vgl. "Der autoritäre Charakter", "Massenpsychologie des Faschismus"; der Verf.) Eugenische Ideologeme sind essenzielle Kernbestandteile faschistischer Ideologie. Zu den Ideologemen der Eugenik zählen u.a. ein biologistisches Gesellschaftsverständnis, sozialdarwinistisches Gedankengut, der Glaube an die Ungleichheit konstruierter Menschenrassen, die Lehre von der ungleichen Wertigkeit menschlicher Individuen aufgrund ihres Genotyps, die Identifizierung der "besser Veranlagten" mit den oberen Klassen, die Gegnerschaft von Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen für sozial Schwache, der Glaube an die Degeneration des "genetischen Volkskörpers" in Richtung des Durchschnitts, die Diffamierung einzelner Menschen und Menschengruppen als KostgängerInnen, der Schutz der "Volksgesundheit" vor "genetischer Entartung" sowie die Propagierung apokalyptischer Bevölkerungsvisionen. Den KritikerInnen Kramers ist die Frage vorzuhalten, ob sie von den obigen Ideologemen im Interview Sarrazins denn nichts gelesen haben? Überprüfen wir dies z.B. anhand des Stichworts "apokalyptische Bevölkerungsvision", so stellen wir fest, dass laut Sarrazin "die Araber und Türken einen zwei- bis dreimal höheren Anteil an Geburten haben, als es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht". Die Türken, so Sarrazin, würden Deutschland genauso erobern, "wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate". Laut Sarrazin gibt es auch das Problem, dass "vierzig Prozent aller Geburten in der Unterschicht stattfinden". Verschwörungstheorien gepaart mit dystopischer Bevölkerungsprognostik, dies war das Einmaleins rassenhygienischer Handbücher.speichern vor 563 Tagen
- Srebrenica, kleingeredet und beinahe vergessen Die Säule der Schande Von Dr. Maryam Dagmar Schatzspeichern vor 592 Tagen
- Pathogene Prionen verhalten sich wie eine Quasispezies und demonstrieren, dass Mutation, Selektion und Anpassung auch ohne RNA oder DNA geschehen könnenspeichern vor 759 Tagen

