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UNO immer parteiischer (Knut Mellenthin)
In Westafrika hat die »internationale Gemeinschaft« einen Kriegsverbrecher an die Macht geschossen. Welle von UN-mandatierten Militärinterventionen seit 1992 --- Frankreich und die UNO, repräsentiert durch ihren Generalsekretär Ban Ki Moon, haben mit ihrem militärischen Handstreich einem Kriegsverbrecher zur Macht verholfen. Seit voriger Woche nahmen die Berichte über grausame Massaker zu, die die Milizen von Ouattara bei ihrem raschen Vormarsch aus dem Norden auf Abidjan, die bedeutendste Stadt des Landes, begangen haben. Das bezeugen ein umfangreicher Bericht der US-amerikanischen Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW), aber auch Untersuchungen des Internationalen Roten Kreuzes und des Menschenrechtsbüros der Vereinten Nationen. Das 13 Seiten lange Papier von HRW, das sich hauptsächlich auf Gespräche mit geflüchteten Überlebenden stützt, ist im Internet zu finden. Die Erkenntnisse des UN-Büros beruhen auf der Untersuchung mehrerer Massengräber, die inzwischen gefunden wurden. Die Opfer waren zum Teil mit Macheten zerhackt, lebendig verbrannt oder in Brunnen geworfen worden. Zahlreiche Dörfer und Kleinstädte wurden geplündert und niedergebrannt. Wer nicht rechtzeitig flüchten konnte, vor allem Alte und Kranke, wurde ermordet. Viele Frauen und Mädchen wurden vergewaltigt. Mehr als eine Million Menschen befinden sich innerhalb von Côte d’Ivoire auf der Flucht, 125000 haben sich über die Grenze nach Liberia gerettet. Zwar konstatieren die Berichte, daß Verbrechen von beiden Bürgerkriegsparteien begangen wurden. Einig sind sie sich aber darin, daß die meisten Taten auf das Konto von Ouattaras Milizen und seiner liberianischen Söldner gehen. Sie richteten sich hauptsächlich und ganz gezielt gegen eine ethnische Gruppe, die überwiegend auf der Seite von Laurent Gbagbo steht. Der Sieg von Ouattaras Milizen bedeutet für Hunderttausende fortdauernde Gefahr. Aber der frühere Manager des Weltwährungsfonds (IWF) mit mehreren Studienabschlüssen in den USA hat einen wichtigen Bonus: In diesem Bürgerkrieg ist er für die »internationale Gemeinschaft« und ganz besonders für den Westen der Gute. Die UNO sieht in ihm den rechtmäßigen Präsidenten des Landes und hat deshalb den blutigen Vormarsch seiner Milizionäre und Söldner auf Abidjan wohlwollend und passiv beobachtet, obwohl es schon länger solide Hinweise auf massenhafte Kriegsverbrechen gab. Die EU hatte Ouattara noch vor seinem Sieg mitgeteilt, daß sie die gegen Côte d’Ivoire verhängten Sanktionen in Kürze aufheben will. Im Irak hatte das nach dem Sturz Saddam Husseins mehrere Jahre gedauert."Kapitalistische Vergesellschaftung und die heterosexuelle Matrix sind verwoben"
@ihdl knapp und deutlich über 'Moon', Geschlechterordnung und Kapitalismus. Lesenswert auch der zum politischen Subtext des Films.


