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- Interview mit Rolf Jüngermann über die Tücken des deutschen Bildungssystems - Teil 1 Deutsche Politiker propagieren Bildung als Gegenmittel zu Integrationsschwierigkeiten und sozialen Verwerfungen. Dabei wird aber nicht nur ausgeblendet, dass die Gesellschaft auf implizit Ungleichheit erzeugende Konzepte wie dem Erbrecht aufbaut, sondern auch übersehen, dass das deutsche Bildungswesen in seiner aktuellen Form selbst ein maßgebliches Instrument der sozialen Auslese darstellt. Telepolis sprach darüber mit dem ehemaligen Studienrat [extern] Rolf Jüngermann. download Herr Jüngermann, Thilo Sarrazin betont in seinem Buch, dass sich die Intelligenz der Eltern auf ihre Kinder vererbt und erklärt somit die sozialen Ränder in unserer Gesellschaft sozusagen zum Ergebnis einer natürlichen Auslese. Was sagen Sie als längjähriger Studienrat dazu? Rolf Jüngermann: Zunächst einmal ärgert mich die Bedenkenlosigkeit, mit der in den Medien Aussagen fleißig weiter verbreitet werden, die überwiegend nur als grober Unfug zu bezeichnen sind und deren Autor selbst öffentlich zugeben musste, dass seine Datenbasis völlig unzureichend war und er daher seine Zahlen habe "schöpfen" müssen - nach der Methode: "Und wenn sie keiner widerlegen kann, dann setze ich mich mit meiner Schätzung durch." Vor dem Hintergrund meiner pädagogischen Erfahrungen möchte ich die Frage stellen: Von welcher Intelligenz ist denn in diesem Diskurs die Rede? Von der mathematischen? Der sprachlichen? Der technischen? Der musischen? Der sozialen? Der lebenspraktischen . . . oder von welcher? Oder von allen zugleich? Und auf welche Nachkommen wird sie denn vererbt? Auf alle in gleicher Weise? Oder vielleicht geschlechtsspezifisch? Rassenspezifisch? Ethnienspezifisch? Sozialspezifisch? Sprunghaft oder von jeder Generation zur nächsten? Oder wie?speichern vor 493 Tagen


