Infos zum Thema ökonomisierung
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Definitionsmacht der Ökonomie
Sollte sich die „ökonomische Steuerung des ganzen Bildungswesens“ fortsetzen, so wird sich dies nach Von der Oelsnitz vor allem negativ auf die Geisteswissenschaften auswirken.PPP und andere Grausamkeinten
Martin Betzwieser berichtet über Erfahrungen mit ÖPP/PPP und empfiehlt, sich zu wehren. Recherchieren Sie, fragen Sie nach, schauen Sie hin, schauen Sie Ihren Kommunalpolitikern auf die Finger.Die Freie Universität vor dem Börsengang
Prof. Dr. Bodo Zeuners Abschiedsvorlesung, die Kritik am Modell der unternehmerischen Universität übtBildung als Ware
der neoliberale Bildungsbegriff: Bildung als Bearbeitung des Rohstoffes Mensch, Bildung als Wertschöpfung, Bildung als wirtschaftliche Investition, Bildung als HumankapitalDas Egoismusprinzip im Nachtwächterstaat
Wie ist es möglich, dass das Streben nach Wettbewerbsfähigkeit zum Hauptziel der gesamten Gesellschaft geworden ist, ohne die Auswirkungen dieses Wettbewerbsprozesses final zu Ende zu Denken?Saatgut – Hybrid-Technologie
F1-Hybriden ist Saat-Gut, das aus der Kreuzung künstlich erzeugter Inzuchtlinien entstanden ist. Dadurch prägen sich bestimmte Merkmale, z.B. Ertrag und Resistenz, aus. Die Arten werden durch die erzwungene Selbstbefruchtung reinerbig gemacht. Bei einer Kreuzung in der nachfolgenden Pflanzengeneration – „F1“ genannt – entstehen groß gewachsene, widerstandsfähige Nachkommen. Dieser so genannte „Heterosiseffekt“ hat jedoch keinen Bestand – schon in der nächsten Generation spalten sich die äußerlich einheitlichen Kulturen wieder in eine Vielzahl unterschiedlicher Pflanzenformen auf. Sie sind für Erwerbsgärtner und Landwirte in den meisten Fällen wertlos – das Saatgut ist nicht samenfest. Das bedeutet, dass aus der F1-Generation meistens kein Saatgut für die nachfolgende Kultur gewonnen werden kann, sondern zu diesem Zweck wieder auf die beiden Inzucht-Elternlinien zurückgegriffen werden muss. Der Nachbau, und damit die Entwicklung von hofeigenen Sorten, ist mit modernen Hybriden, deren Elternlinien in den Labors großer Saatgutkonzerne unter Verschluss gehalten werden, stark eingeschränkt und meist nicht möglich, was einem „eingebauten“ Sortenschutz gleichkommt. Durch den Einsatz von Hybriden wird die natürliche Generationenfolge aufgelöst, und die fruchtbare Weiterentwicklung, die dem Menschen seit Tausenden von Jahren die Zucht von Kulturpflanzen ermöglicht hat, kommt zum Stillstand. Die Fähigkeit der Menschen, ihr eigenes Saatgut zu vermehren, stirbt aus. Übrig bleibt die Abhängigkeit von großen Saatgutfirmen. Damit geben wir den Nukleus unseres Seins (die Ernährung) gefährlicherweise in die Hände weniger … Als weitere Verschärfung wurden nun »Terminator«-Pflanzen geschaffen. Diese sind genetisch so konstruiert, daß sie sterile, nicht fortpflanzungsfähige Samen erzeugen. Durch das Einfügen einer Reihe von »Unterstützer«- und »Markierungs« -Genen und von Gen-Schaltern wird es möglich, die Fortpflanzungsfähigkeit der Samen auf molekularer Ebene dadurch an- und auszuschalten, daß man die Pflanze bestimmten Chemikalien aussetzt. Samenkörner können geerntet werden. Sie lassen sich aber nicht ohne die mehrmalige Behandlung mit bestimmten Chemikalien zur Aufzucht neuer Pflanzen verwenden. »Terminator« ist die Antwort auf den Traum des Agribusiness, die Weltnahrungsmittelproduktion zu kontrollieren. Soja- oder Baumwollsamen können genetisch so verändert werden, daß sie nach einer Ernteperiode »Selbstmord begehen«. Das würde Bauern automatisch davon abhalten, Samen einzubehalten und für die nächste Aussaat wiederzuverwenden. Die Technologie wäre das Mittel, um die Patentansprüche an gentechnisch verändertem Saatgut von Monsanto oder anderen durchzusetzen. Das ist jetzt der Höhepunkt der Perversion. Die Pflanzen sind so genetisch verändert, dass sie erst dann KEIMEN, wenn man sie mit einem eigenen Mittel, das man natürlich bei den Saatgutmultis kaufen kann, bespritzt hat. Das heißt, man kauft zwar Saatgut, bringt es aus und es passiert nichts, bis man nicht Mittel X drübergespritzt hat.Das holt uns schon bald ein
Gudrun Gille sieht große Potenziale im Pflegeberuf. Doch dazu müsste die Branche aus ihrem Notstand befreit werden. Durch die Ökonomisierung des Gesundheitssystems glaube man heute, auf Pflegekräfte verzichten zu können. Der Zeitdruck, das schlechte Image und die geringe Bezahlung machen es heute unattraktiv, einen Pflegeberuf zu ergreifen. Die sich wandelnden demografischen Strukturen machen heute schon den Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal speziell in der Altenpflege sichtbar. Dies wird sich in Zukunft noch verstärken.Die Ökonomisierung der Sprache der Liebe
Die zunehmende Ökonomisierung aller Lebensbereiche macht auch vor der Liebe nicht halt. Die Wortwahl zeigt, wie auch hier Nutzenmaximierung, (Persönlichkeits-)Markt- und Besitzdenken Einzug halten.Gesundheitsreform: Abriss der solidarischen Krankenversicherung
In den USA hat Präsident Obama gerade den Beginn einer solidarischen gesetzlichen Krankenversicherung mit vielen Anfeindungen und inhaltlichen Abstrichen durchboxen können. Bislang waren 45 Mio. Amerikaner ohne eine gesetzliche Krankenversicherung. Der Anteil der Gesundheitskosten am Bruttosozialprodukt liegt mit inzwischen über 18 Prozent am höchsten im internationalen Vergleich. In der Bundesrepublik geht die schwarz-gelbe Regierungskoalition den umgekehrten Weg: Durch die jetzt vom Bundeskabinett beschlossene Gesundheitsreform wird der Abriss der solidarischen gesetzlichen Krankenversicherung eingeläutet. In den USA sind bislang etwa 45 Mio. Amerikaner ohne Schutz durch eine gesetzliche Krankenversicherung. Nur für Rentner und Sozialhilfeempfänger gibt es einen staatlichen Krankenversicherungsschutz. Darüber hinaus haben Großbetriebe für ihre Beschäftigten – vielfach über Tarifverträge finanziell vom Arbeitgeber unterstützt – eine private Krankenversicherung angeboten. Entsprechend boomte das Geschäft der privaten Krankenversicherungen. Ärzte und Krankenhäuser konnten mit der Abrechnungen auf privater Basis gute Geschäfte machen. Das Ergebnis war: überbordende Gesundheitskosten gemessen am Bruttoinlandsprodukt einerseits und Verarmung ganzer Bevölkerungsschichten bei längerer und schwerer Krankheit oder gar der erzwungener Verzicht auf medizinische Behandlung auf der anderen Seite. Am schwersten dürfte jedoch wiegen, dass durch das Einfrieren der Arbeitgeberbeiträge bei 7,3 Prozent nur noch wenig bis gar kein Interesse der Arbeitgeber mehr besteht, Druck auf die Begrenzung der Gesundheitskosten auszuüben. Ein solcher politischer Druck ist aber nötig, denn gerade im Gesundheitswesen gibt es nicht nur erhebliche Ungerechtigkeiten bei der Verteilung der Mittel auf Ärzte, Krankenhäuser, Medikamente und sonstige Leistungen sondern auch ein hohes Maß an Verschwendung. Die schwarz-gelbe Bundesregierung schwächt mit ihrer jetzt beschlossenen „Reform“ die Verhandlungsmacht auf der Seite der Beitragszahler und wird damit das Gegenteil dessen erreichen, was sie mit ihrer Propaganda vorgaukelt. Die Entkoppelung der Arbeits- von den Gesundheitskosten wird einen zusätzlichen Schub bei den Ausgaben mit sich bringen und den Druck aus energischen Gegenmaßnahmen gegen die vorhandenen Verschwendungen und Ungerechtigkeiten nehmen. Schon gar nicht können damit offenkundige Qualitätsmängel beseitigt werden. Im Gegenteil: Die Zwei-, ja sogar Dreiklassen-Medizin und damit eine weitere Spaltung unserer Gesellschaft auch auf dem Feld der Gesundheitsvorsorge nimmt noch weiter zu. Denn es ist absehbar, dass mit dieser „Reform“ nicht nur den privaten Kassen neue Kundschaft zugeführt wird, sondern dass damit auch Zusatzversicherungen Tür und Tor geöffnet werden, die den Beitragszahlern über die Kopfpauschalen hinaus noch einmal zusätzlich Geld kosten werden.Die Aufmerksamkeitsökonomie und das Netz
Die beginnende Ökonomie der Aufmerksamkeit unterscheidet sich tiefgreifend von jeder früheren Ökonomie. Was jetzt zählt, ist die Suche nach sowie das Erhalten und Schenken von Aufmerksamkeit.Überleben nationalstaatliche Bildungssysteme den "freien Markt"?
mit der neoliberalistischen Umstrukturierung des öffentlichen Bildungswesens wird Wissen in Ware umgewandelt, um so die Kluft zwischen Privilegierten und Unterprivilegierten weiter zu vergößernArbeitslose sind die neuen Ausländer
verstärkte Ökonomisierung des Sozialen - soziale Beziehungen werden verstärkt nach Nützlichkeit und Effizienz bewertet. Ein Indiz für den Übergang von der Marktwirtschaft zur MarktgesellschaftInformationsüberflutung: Was uns wirklich krank macht
Der permanente Aufmerksamkeitsdruck verändert die Psyche des Menschen. Doch nicht die Technologie ist das Problem, sondern die Kombination von Informations- und Konkurrenzdruck. Wir müssen wieder Herren unserer Zeit werden. Dazu ist eine Auseinandersetzung mit den real existierenden Arbeitsbedingungen im Neoliberalismus notwendig, also ob die Verinnerlichung des Konkurrenzprinzips, der Aspekt der Freiwilligkeit von langen Arbeitszeiten und der Einsatz von Drogen und Tabletten zur Bekämpfung struktureller Krankheiten wie Panik und Depression wirklich das ist, was wir wollen.


