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Zitate aus der Feldpost des Zweiten Weltkrieges

PDF Dokument, ca. 1.305 Wörter

Themen: zitat Kategorie: Hobbys/Tipps

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Veröffentlicht:Januar 2011
Hobby:Zeitgeschichte
Thema:Sonstiges
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    Textauszug aus diesem Dokument

    Franz Mühlbauer, München 2011Zitate aus der Feldpost des Zweiten WeltkriegesEinführungVon meinem Onkel Otto Mühlbauer aus Zenching Bayerischer Wald sind 245 Briefe und Ansichtskarten erhalten, die in den Jahren 1941 und 1942 von und an ihn geschrieben wurden.Diese beiden Jahre verbrachte der 18jährige Otto als Arbeitsmann beim Reichsarbeitsdienst und als Soldat beim Militär. Am 6. Dezember erlag Otto im Kessel von Stalingrad einem Bauchschuss.Die Feldpost war für Otto, seine Familie sowie für seine Freunde und Bekannten ein wichtiges Mittel, sich auszutauschen1. Die Zitate aus der Feldpost meines Onkels Otto geben die Situation und die Befindlichkeiten der Bevölkerung relativ prägnant, eindringlich und teilweise pointiert wieder. Naturgemäß sind die Zitate durch den einheimischen Dialekt beeinflusst. Im folgenden habe ich die Zitate grob in die Rubriken Heimat und Militär aufgeteilt. Innerhalb der Rubriken sind die Zitate chronologisch angeordnet. 1Mehr zu den Feldpostbriefen finden Sie in den Beiträgen zur Geschichte im Landkreis Cham, Band 27 Jahr 2010, ISSN 09316310, herausgegeben vom Arbeitskreis Heimatforschung im Kulturverein Bayerischer Wald e. V.; dort ist ein Beitrag von mir erschienen: Daheim ist es auch nicht mehr schön die Lage in der Heimat aus den Feldpostbriefen von und an Otto Mühlbauer aus der Nähe von Zenching1 von 7
    Heimat19. Februar 1941Nun ist es still im Niesassener Dörfchen.17. März 1941Es ist bei uns jetzt auch nicht mehr schön. Alles ist fort, nur die Weiber und alte Männer kann man mehr treffen.18. März 1941Man bekommt bald gar nichts mehr.11. April 1941Daheim ist es auch nicht mehr schön, weil niemand mehr da ist.23. April 1941Blaibach ist ja auch blos so ein Nest. Mädel gibt es hier im Überfluß. Aber das ist auch das einzig Gute was hier ist.24. April 1941Wir haben auch einen Radio, wir hören jetzt auch die Nachrichten.Bei uns müßen jetzt sehr viel einrüken, wird bald niemand mehr da sein.Den Irbeck Pold den erwischt es jetzt auch. Montag muß er fort. Wird hart sein für ihm, wenn er weg muß von seinem Mädel.27. April 1941Wir hofen doch sicher daß es heuer noch zu Ende gehen wird.2 von 7
    1. Juni 1941Wie wir da sehen mußt Du einen Posteinlauf haben wie ein Minister.15. Juni 1941Du mußt da hineinsitzen und wir können uns wieder recht plagen4. November 1941Ich wurde auch noch Maurer. Das ist das schönste Geschäft; mann wird dabei bedient.14. Januar 1942Wer weis haben die Soldaten so viel Angst wie wir daheim.aber die Soldaten man denkt halt immer an sie besonders an manche15. Januar 1942Es ist ja daheim auch nichts mehr, mir gefällt das allerschönste nicht mehr. Alles ist wie ausgestorben.Wir können kein Päckl schicken, kommt alles retur, mit der Anschrift 50.Gr. da können Sie einmal richtig fett werden.Recht gerne würden wir daheim ein wenig mehr frieren, wenn wir den Soldaten etwas abnehmen könnten, die in Rußland sind. Die sind wirklich zum Bedauern.Da geht noch alles drauf, wenn es nicht bald dem Ende zugeht.Werden bald die Kinder und die alten Weiber alleine sein, und die jungen Kerle müssen draußen ihr Leben aufopfern.8. Februar 1942Was wird dieser Krieg noch für Unheil anstiefeln.1. März 1942wann wird den der Krieg einmal zu Ende. Ist das was jetzt auf der Welt3 von 7
    16. März 1942wenn die Bauern nicht selber etwas ernten die Markendrucker können uns nichts gebenMit der Hitler Jugend geht es auch in Zenching wieder an Gestern war ich beim Appel nun es war zum lachen die halbe Zeit wurde zwischen den früheren und den andern HitlerJugend gestritten. Die andere Zeit gesungen. Auf jeden Fall, beim nächsten Appel bleibe ich daheim.12. April 1942Dieser Krieg bringt in viele Familien Elend und Not.24. Mai 1942Mich ärgert nur das eine weil daheim Haufen Wagnerei ist wo man sich Geld verdienen könnte und da muß man die ganze Zeit nutzlos verbummeln.28. Juni 1942Macht nur frühzeitig ein Gesuch wenn es der Ernte zugeht, denn man darf nichts unversucht lassen. Malt bei den Erntegesuch den Teufel etwas an die Wand, weil es sonst bei dem jetzigen Chef blos auf die Seite gelegt wird.23. Juli 1942Alle noch so junge Buben werden bald zusammen gesucht sein.11. November 1942Wenn das so weiter geht hab ich von meinen Schulkameraden keinen mehr.4 von 7
    Militär13. Februar 1941Liebe Eltern, fern bin ich von Euch und meiner Heimat, meine schönste Zeit ist vorbei.11. März 1941Froh wär ich schon wenn ich vor Einsatz meine Heimat noch einmal sehen könnte.22. März 1941Die Hälfte seines Lebens wartet der Soldat vergebens.22. Juni 1941Wenn Ihr nicht bald frei werdet dan schieben sie Euch auch noch hinein nach dem unermeßlichen Rußland9. September 1941ich sehne den Tag herbei wo wir wieder rauskomen.5. Oktober 1941Post haben wir bis jetzt ein einziges mal bekommen. Weiß der Teufel wo die in der Weltgeschichte herumwandert.Liebe Mutter, wenn ich Dir da raten darf so richte Deine Vorratskammer her, denn Du wirst einen ziemlich...
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