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    Textauszug aus diesem Dokument

    Schreit nach Gestalten der Petrusplatz in NeuUlm, rechte Herzkammer der Stadt. Vom ScherbenViertel zum StellaPlatz Ideen für NeuUlm, die absurd genug klingen, um Chancen zu haben Sensationell: Frank Stella, der weltberühmte Frank Stella, einer der Großmeister der modernen Kunst, gestaltet die rechte Herzkammer NeuUlms, den Petrusplatz. In unmittelbarer Nachbarschaft wird das Werk eines anderen Weltkünstlers platziert: Open Twoway Mirror for Günter Steinle 1991 von Dan Graham wird eventuell vom Ulmer Magirushof nach NeuUlm geholt und dem Theater NeuUlm, welches wohl ab der Spielzeit 2012 / 13 unter der Adresse HermannKöhlStraße 1 residieren wird, vors Portal gesetzt. So entsteht ein KunstMagnet auf der rechten Seite der Donau. Der wird heftig korrespondieren mit den zentral am Petrusplatz gelegenen Museen. Und vorläufig gekrönt wird dies elektrisierende Ensemble durch eine zeitlich begrenzte konzertierte GärtnerplusPlastikerAktion: Die Friedenstraße, die auf der Gegenseite den Petrusplatz begrenzt, wird ein Jahr lang für den Durchfahrverkehr gesperrt und frei gegeben für City Gardening prägnanter: Guerilla Gardening und als Ausstellungsfläche für Skulpturen Großplastiken entsprechend potenter KünstlerInnen aus der Region wie Gerd Mattheis, Felix Burgel, Herbert Volz, um einige beispielhaft zu nennen. Unrealistische Spinnerei? Reine Utopie? Absurde Ideen? Einstein hat mal gesagt: Wenn eine Idee am Anfang nicht absurd klingt, dann gibt es keine Hoffnung für sie. [...]
    Die Gedankenspiele und Visionen passen prächtig ins neuerdings offensichtlich boomende NeuUlm. Vor 15 Jahren war NeuUlm am Ende, stellt Günter Steinle nüchtern fest. Ich habe fertig, hätte die Stadt sagen können, wenn sie sich hätte artikulieren können. Und auch ein paar Jahre später wäre NeuUlm noch immer hochinteressant gewesen für jemand wie Fridolin Dietrich. Der ImagePfleger entwickelt Markenauftritte besonders gern für scheinbar aussichtlose Fälle. Heute. Wenn er vor 20 Jahren schon aktiv gewesen wäre und von NeuUlm gewusst hätte, müsste er sich um NeuUlm gerissen haben. Ob er damals einen Auftrag ergattert hätte, darf bezweifelt werden. Noch heute sind längst nicht alle überzeugt, dass die Stadt einen solchen ImagePfleger braucht. Noch immer hält ein Teil des Stadtrates es für überflüssig, Gelder bereitzustellen für einen CityManager, besser: für Stadtmarketing. Da wird schnell dahingesagt: Die Händler, die sich hier eine goldene Nase verdienen wollen, sollen doch zusammenlegen und sich selbst vermarkten. Günter Steinle ist in NeuUlm eingestiegen, als große Baugesellschaften schon konzipierte Projekte abbliesen, zunächst interessierte Handelshäuser wieder absprangen und auch sonst schien alles tote Hose. Steinles erstes NeuUlmer Projekt war die alte Römerfabrik. Die Gegend beliebte selbst ein Bürgermeister gern als Scherbenviertel zu bezeichnen. Als Günter Steinle da einstieg, wunderte sich die Branche. Er beteiligte sich am Wettbewerb ums Gestalten dieser Brache Brachen sind mein Steckenpferd und machte den unangefochtenen ersten Preis. Gegen sehr etablierte Konkurrenz. Für Steinle selbst keine Überraschung: Wir haben bislang noch jeden Wettbewerb gewonnen, an dem wir uns beteiligt haben. Sein Propjekt Römerhof, welches Scherbenviertel zu nennen er sich fürderhin strengstens verbat, war so etwas wie eine Initialzündung. Zunächst kaum wahrgenommen, dann aber doch ausstrahlend. Die Wohnungen gingen entgegen allen Unkenrufen weg wie warme Semmeln, keineswegs nur als AnlageObjekte: Vielen Eigentümern war das Areal attraktiv genug, um selbst einzuziehen. Diesem ersten Ausrufezeichen für gutes Wohnen mitten in der Stadt setzte Steinle eins drauf: Er getraute sich, die Anfrage ob er nicht die selbst von der Stadtspitze Diaspora getaufte Brache um die sogenannte und viel diskutierte HieberPassage sanieren wolle, positiv zu bescheiden. An dem hatten sich schon manche die Zähne ausgebissen. Heute ist das Gebiet regelrecht salonfähig. Solcher unternehmerischer Geist und besondere Zeitläufte gingen Hand in Hand mit einer gewissen kommunalpolitischen Aufbruchstimmung. Die relativ kleine und relativ junge bayerische Stadt hat, das ist eine jetzt und hier mal gewagte These, NeuUlm hat viel zukunftsträchtiges Potential. Das Zusammenspiel von Technologie, Talent und Toleranz bestimmt die Attraktivität einer Stadt. Und es soll hier kühn behauptet werden: In NeuUlm ist dieses Dreigestirn der neuen Urbanität in einem für die Größe der Stadt ausreichendem Maße beheimatet. Signifikant für den Punkt Toleranz der in NeuUlm Tradition hat kamen Ulmer doch zu bestimmten Zeiten rüber, um ein freies Wort zu führen also signifikant für Toleranz: Die Neu Ulmerinnen und NeuUlmer waren so frei und wählten zum Ausgang des 20. Jahrhunderts
    Tatsächlich eine Frau an die Spitze ihrer...
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