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SODOM

PDF Dokument, ca. 24.944 Wörter

Themen: gott engel jesus mord verbrechen bibel Kategorie: Literatur/Texte/Lyrik

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Veröffentlicht:März 2011
Art des Textes:Kurzgeschichte
Thema:Kurzgeschichte
Lizenz: Namensnennung, nicht kommerziell, keine Bearbeitung
  • Nicht misstrauisch, eher die Stirn besorgt in Falten ziehend, kneife ich die schmerzenden Augen zusammen. Ist es nur die glutheiße Sonne die mich blendet, oder strahlt nun sein göttlicher Glanz etwas mehr auf mich, seinen Sohn und den armseligsten der armseligen Sünder unter den Verdammten? Mit leicht tränenden Augen senke ich den umflorten Blick und falte die schweißnassen Hände um sie zu kneten und barmend zu drücken. Meine Knöchel treten wie kleine spitze Hügel aus meinen Handrücken hervor.
    Hat Gott, mein gütiger Vater, der schon einmal wegen unterlassener Hilfeleistung ziemlichen spirituellen Stress hatte, auch mir einen Platz in der tiefsten Finsternis zugewiesen, vielleicht neben dem heiligen Petrus? Oder womöglich neben dem übelgelaunten Paulus?

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    Textauszug aus diesem Dokument

    [Aus meiner Textsammlung GLAUBEN UND HOFFEN] Seite 2 Copyright by www.raoulyannik.de Copyright by www.raoulyannik.de
    [S O D O M] Aus schmutziger Erde geformt, in Schuld empfangen, zur Strafe geboren der Mensch tut Böses so lange er lebt, Schändliches, das sich nicht geziemt, Eitles, das nicht nützt, und wird zur Nahrung des Feuers, zur Speise der Würmer, zu einem Haufen Fäulnis, so sprechen die Gelehrten. Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir. Ich, dein Verstand spricht zu dir: Wach endlich auf. Religion gedeiht auf Angst. Ohne Angst gibt es keine Religion. Vertrau mir, deinem Verstand Unser Vater, der du bist im Himmel. Ich schweige nachdenklich und füge dann ein als auch auf Erden hinzu. Mein Vater? Auch dein Vater? Unser Vater? Seite 3 CCooppyyrriigghhtt bbyy wwwwww..rraaoouullyyaannnniikk..ddee
    [Aus meiner Textsammlung GLAUBEN UND HOFFEN] Besorgt, grüblerisch und mit staunend offenem Mund sehe ich gottverlassen und noch ziemlich ratlos ins Blaue des endlos weiten und mir ziemlich hoch erscheinenden Himmels. Ist er mir noch nah, oder habe ich mich zu weit entfernt? Besitze ich den Mut, mein Antlitz zu erheben und zu fragen? Ich hab mal in einem guten BenimmBuch gelesen, dass Könige, Götter und auch Päpste nicht unaufgefordert angesprochen werden dürfen. Der Volksmund sagt nicht ohne Grund: Gehe nicht zu deinem Fürscht, wenn du nicht gerufen würscht. Das niedere Volk wird gerufen, wenn es an der Zeit ist. Ist jetzt die Zeit gekommen? Zögernd, zuerst stotternd und unklar, dann fester und auch für entfernt Verwandte deutlich vernehmbar, sprudeln die Worte aus meinem Mund: Vater im Himmel, ich hab da mal ne Frage: Gibt es neben mir noch andere Sprösslinge von denen ich noch nichts weiß? Womöglich den heiligen Tick, den göttlichen Trick und den engeligen Track? Bitte sprich mit mir, denn ich bin verzweifelt. Amen und ein Halleluja. Seite 4 Copyright by www.raoulyannik.de Copyright by www.raoulyannik.de
    [S O D O M] Ich schweige. Er schweigt. Nicht misstrauisch, eher die Stirn besorgt in Falten ziehend, kneife ich die schmerzenden Augen zusammen. Ist es nur die glutheiße Sonne die mich blendet, oder strahlt nun sein göttlicher Glanz etwas mehr auf mich, seinen Sohn und den armseligsten der armseligen Sünder unter den Verdammten? Mit leicht tränenden Augen senke ich den umflorten Blick und falte die schweißnassen Hände um sie zu kneten und barmend zu drücken. Meine Knöchel treten wie kleine spitze Hügel aus meinen Handrücken hervor. Hat Gott, mein gütiger Vater, der schon einmal wegen unterlassener Hilfeleistung ziemlichen spirituellen Stress hatte, auch mir einen Platz in der tiefsten Finsternis zugewiesen, vielleicht neben dem heiligen Petrus? Oder womöglich neben dem übelgelaunten Paulus? Mein Freund, du fragst, was das mit der unterlassenen Hilfeleistung auf sich hat? Das ist eine lange Geschichte. Mein Vater hat ohne einen Finger krumm zu machen, zugesehen, wie ein Seite 5 CCooppyyrriigghhtt bbyy wwwwww..rraaoouullyyaannnniikk..ddee
    [Aus meiner Textsammlung GLAUBEN UND HOFFEN] unehelicher Sohn von Vielen an ein Holzkreuz genagelt und mit einer Lanze gepiekst wurde. Danach gab es einen ziemlichen Erklärungsnotstand, aber er hatte gute Anwälte, und die haben das als eine gute Tat zur Rettung der Welt hingebogen. Ich bin reinen Herzens und doch verbreiten sich meine Gedanken wie ein Tropfen blauer Tinte im reinen Weihwasser des wahren Glaubens. Wird der kristallklare Nektar durch meine forschen Forderungen zu einer grau und trüben Urine, oder wird mein Geist durch meines Vaters, hoffentlich baldige Offenbarungen, geläutert? Befinde ich mich auf einem breiten Irrweg des Argwohns, oder finde ich zurück zu ihm, zu meinem überalles geliebten Vater? Bin ich für ihn ein unbedeutendes Nichts im Universum, keiner Antwort würdig? Oder weiß er, dass ich unschuldig im Geist bin und nach simplen Klärungen meiner drängenden Fragen lechze, wie ein Verdurstender in den endlosen Weiten der glutheißen Sahara? Demütig und so wie ich es in der Sonntagsschule gelernt habe, spreche ich zu ihm, meinem Vater und dem heiligen Geist in Personalunion. Den in einer Affäre Seite 6 Copyright by www.raoulyannik.de Copyright by www.raoulyannik.de
    [S O D O M] gezeugten SuperstarSohn lasse ich aus, denn die anbetungswürdigen Verwandtschaftsgrade sind für mich noch viel mehr als zweifelhaft, und für die weitverzweigte, schein und heilige Mischpoke fehlt mir das entscheidende FamilienGen. Noch ist es ein gemurmelter Monolog, aber er, mein anbetungswürdiger Vater hüllt sich wie so oft in nebulöses Schweigen. Kann ich es wagen, ihn an seine Vaterpflichten zu erinnern? Zu ihm sprechen, oder schweigen, das ist nicht die Frage. Es ist die Frage der Resultate, und darum wage ich es, damit sich Herz zum göttlichen Herzen findet. Vater im Himmel, ich, dein Sohn und das BHörnchen unter den Armseligen, besitze nicht deinen grandiosen Verstand. Du, der du alles geschaffen hast, kannst...
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