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  • Designwende in der Informatik ist ein heißes Thema. Täglich kommt neue Software auf den Markt welche verspricht, sie sei die beste, einfachste und intuitivste Software von allen.
    Die meisten Softwareschmieden legen heutzutage viel Wert darauf, die Software ordentlich zu designen (hinsichtlich Benutzbarkeit und Selbsterklärlichkeit). Ob dieses immer gelingt, sei an dieser Stelle nur dahingestellt. Design hat in der Softwareentwicklung erst in den letzten zehn Jahren Einzug erhalten. Wie Softwareentwicklung vor dieser sogenannten Designwende ausgesehen hat, wollen wir uns an dieser Stelle verdeutlichen...

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Designwende in der Informatik ist ein heißes Thema. Täglich kommt neue Software auf den Markt welche verspricht, sie sei die beste, einfachste und intuitivste Software von allen.
Die meisten Softwareschmieden legen heutzutage viel Wert darauf, die Software ordentlich zu designen hinsichtlich Benutzbarkeit und Selbsterklärlichkeit. Ob dieses immer gelingt, sei an dieser Stelle nur dahingestellt. Design hat in der Softwareentwicklung erst in den letzten zehn Jahren Einzug erhalten. Wie Softwareentwicklung vor dieser sogenannten Designwende ausgesehen hat, wollen wir uns an dieser Stelle verdeutlichen.
Die ersten Computer waren große Rechenanlagen, die oft das Volumen eines einzelnen Raumes überschritten. Damals gab es nicht die Möglichkeit, kleine Komponenten wie Mikroprozessoren, Festplatten und SDRAM Speicher mit einer Größe von 256MB oder mehr herzustellen. Die Mikrotechnologie existierte noch nicht bzw. steckt noch den Kinderschuhen.
Programme waren auf Lochkarten gespeichert und wurden in Stapelverarbeitung in den minimalistischen Hauptspeicher geladen. Alle Anwendungen waren daher textorientiert. Die Eingaben wurden hauptsächlich mit kryptischen Tastenkombinationen, Abkürzungen und Zeichenketten gemacht. Eine grafische Oberfläche gab es zu dieser Zeit überhaupt nicht.
Doch die Computer entwickelten sich immer weiter. In der Herstellung von Mikrotechnologie wurden ständig Fortschritte gemacht. Computer wurden immer kleiner und schneller. Auch der Speicher wurde größer und die Darstellgeräte wurden besser. Doch die Software machte nicht solche Fortschritte. Sie blieb bis Ende der achtziger Jahre immer noch kryptisch und textorientiert.
Diese einseitige Weiterentwicklung war zum Scheitern verurteilt. Computer waren bis zu dieser Zeit reine Expertensysteme, die besondere Schulungen erhielten. Für den einfachen \"Hausgebrauch\" waren Computer nicht zu verwenden.
Einige Institutionen haben erkannt, daß mit der immer komplexeren Technologie die Handhabung immer leichter werden sollte.
Vorreiter in dieser Entwicklung war die Firma Xerox, die schon Mitte der 70er Jahre Systeme entwickelte, die per \"Maus\" gesteuert werden konnten. Die Software wurde für einfache Benutzbarkeit designt. Andere Firmen nahmen sich diese Idee als Vorbild und entwickelten sie weiter.
\"Die Designwende soll uns zu Informationsnetzen Internet, MultiplayerGames und Personal Communicators führen\", so die neuen Ideen der Softwareschmieden. Ob diese Wende schon vollzogen ist, wollen wir an dieser Stelle noch offen lassen. Im Jahr 1990 sprach Mitchell Kapor das aus, was alle Entwickler schon wussten [...]
Mitchell Kapor, der Designer von Lotus 123, ist einer der ersten, der seinen Job als \"designing software\" bezeichnet.
In seinem Manifest verurteilt er seine Mitkonkurrenten, das Thema Design völlig zu ignorieren. Für die meisten User sei die tägliche Arbeit deshalb mit Schwierigkeiten, Anstrengungen und Barrieren verbunden. Die User machen wegen der Kompliziertheit der Software allerdings keinen Aufstand, weil sie die Schuld bei sich und ihrer eigenen Unfähigkeit suchen. Deshalb werden die meisten Programme auch nur zum Bruchteil ausgenutzt.
Der Mangel an Benutzbarkeit und schlechtes Design seien die \"geheime Scham der Industrie\". Mit dieser Aussage stieß er nicht auf taube Ohren, weil das Problem den Firmen schon länger bekannt war, aber bislang verschwiegen wurde.
Kapor fordert deshalb, den Bereich SoftwareDesign als Beruf anzusehen und nicht als Nebentätigkeit eines Managers oder eines Programmierers. Die Experten sollten die Verantwortung dafür tragen, daß die User bei der Benutzung ihrer Software eine positive Erfahrung haben. Der wichtigste Punkt ist, die kritische Rolle des Designers zu erkennen und ihn als eine Art \"Champion der UserErfahrung\" zu sehen, also als jemanden, der genau weiss wie ein User auf die Arbeitsweise einer Software reagiert. Die Programmierer allerdings sehen ihre Rolle und den gesamten DesignAspekt aber eher untergeordnet. Die Informatiker sehen das Design als einen Teil der Informatik, es sollte aber eigener Beruf sein, gleichbedeutend mit dem Software Engineering.
Nach dem Manifest hat das Software Design große Fortschritte gemacht. Die Revolution ist aber noch lange nicht erfolgreich beendet worden. Statt gründlich zu simplifizieren hat nur eine Vereinigung und Vereinfachung im Bereich der Plattformen, Programme und den Methoden der Verbindung zwischen diesen stattgefunden.
1992 wurde die \"Association for Software Design\" ASD gegründet. Ihre Aufgabe sollte es sein, den Status und die Qualität von Software Designern als Beruf aufzuwerten. In den USA soll dazu ein Programm zur Unterrichtung dieses Themas gestartet werden.
1994 wird eine neue Publikation namens \"interactions\" herausgegeben, gegründet von der Association for Computing Machinery ACM, der ASD und der ACM Special Interest Group on ComputerHuman Interaction SIGCHI.
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