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Paradigmenwechsel I Kuhn I Referat
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Themen: referat philosophie Kategorie: Referate/Präsentationen/Aufsätze
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| Autor: | |
| Universität: | Freie Universität Berlin |
| Thema: | Philosophie |
| Lizenz: | Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen |
Textauszug aus diesem Dokument
Eine neue Theorie wird nicht nur wie ein Baustein hinzugefügt sondern bedeutet Umarbeitung und Uminterpretation von bereits Bestehendem, weswegen man alte Theorien nicht prinzipiell als unwissenschaftlich abtun kann.
Definition normale Wissenschaft: Sie baut auf einer oder mehreren wissenschaftlichen Leistungen der Vergangenheit auf und wird von einer wissenschafltichen Gemeinschaft eine Zeit lang als Grundlage für ihre Forschung akzeptiert. Die Basis/Leistung, auf die sich die normale Wissenschaft bezieht, wird bei Kuhn Paradigma genannt.
Ein Paradigma sollte A neuartig genug sein, um eine beständige Gruppe von Anhängern anzuziehen und sollte B offen genug sein, um der Gruppe von Fachleuten alle möglichen ungelößten Probleme zu stellen. Aus der Anwendung des Paradigmas ergibt sich die Tradition wissenschaftlicher Forschung einer Gruppe.
Vor einem ersten Paradigma ist Forschung sehr willkürlich weil Daten und Experimente gänzlich ohne Richtungsweisung nur oberflächlich bleiben können. Das Zusammentragen von Fakten ist Zufall, da alles wichtig erscheint. Zugriff auf Vielfalt der Daten ist leicht, weil noch keine tiefergehende Forschung.
Wenn sich dann ein Paradigma durchsetzt verschwinden alle vorherigen Differenzen von Theorien und Schulen. Ist quasi Sieg einer Schule.
Nach Annahme des Paradigmas kann viel genauer und detaillierter geforscht werden bzw. Forschung wird sehr speziell, weil Sorge um die Grundlagen nicht mehr vorhanden sind. Die Annahme eines Paradigmas ist daher ein Zeichen der Reife einer Wissenschaft oder eines Fachgebietes.
Grenzziehung Wer nicht mitzieht wird ausgegrenzt: Fachgebiete spalten sich aus dem alten ab oder gewisse Bereiche werden garnicht mehr als wissenschaftlich eingestuft.
Um als Paradigma angenommen zu werden, muß eine Theorie besser erscheinen als die mit ihr im Wettstreit liegenden, sie braucht aber nicht [ ] alle Tatsachen, mit denen sie konfrontiert wird, zu erklären. S.32
Ein Paradigma verheißt Erfolg. Normale Wissenschaft besteht in der Verwirklichung jener Verheißung durch: [...]
Aufräumarbeit ist nach Kuhn das, was die meisten Wissenschaftler in ihrer Arbeit tatsächlich tun = Das ist normale Wissenschaft. Ziel ist es nicht neue Phänomene zu entdecken sondern Natur und Paradigma zusammenzuführen und also Theorien und Phänomene, die im Rahmen des Paradigmas enthalten sind zu verteidigen.
Frage: Wenn dem aber so ist, dass das Ziel der normalen Wissenschaft nicht bedeutend substantielle Neuheiten sind, warum werden diese Probleme dann überhaupt in Angriff genommen? Woher kommt das Interesse?
Metapher des Rätsels Die wissenschaftlich zu lösenden Probleme im Rahmen des Paradigmas als Rätsel zu bezeichnen macht in zweierlei Hinsicht Sinn:
Es gibt Lösungen. Die Annahme eines Paradigmas bedeutet die Annahme einer bestehenden Lösung von einem bestimmten Kreis von ausgewählten Problemen. Dabei isoliert das Paradigma von Problemen, die nicht in das Rätselschema passen.
Es gibt Regeln bei einem zu lösenden Rätsel. Wenn man den Begriff der Regel ausweitet kann man zu den Bezeichnungen festgelegter Standpunkt und Vorverständnis kommen.
Regeln bedeuten Behauptungen wissenschaftlicher Gesetze und Aussagen über wissenschaftliche Begriffe und Theorien. Auch die Bindung an bestimmte Apparaturen oder zulässige Anwendungen anerkannter Instrumente werden festgelegt. Allerdings sind diese Regeln für einen Wissenschaftshistoriker nicht so konkret benennbar wie das dazugehörige Paradigma. Kuhns These: Paradigmata können ohne genau bestimmbare Regeln die normale Wissenschaft leiten. Warum ist das so?
Hier wird Wittgenstein zu Rate gezogen S.59. Ein Vergleich zwischen Sprachanwendung und wissenschaftlicher Praxis: So wie bei der richtig angewendeten Sprache keine expliziten Regeln bestehen oder bewußt sind, so lernt und praktiziert auch der Wissenschaftler immer schon in Anwendung. Er lernt keine konkreten Regeln sondern arbeitet nach Vorbildern.
Zur weiteren Untermauerung der These wird angeführt, dass ein Paradigma normale Wissenschaft nur solange ohne Regeln leiten kann, wie es fest steht. Sobald es in eine Krise gerät werden explizite Regeln wichtig bzw. enstehen bewusste Diskussionen um Methoden, Probleme und Lösungsansätze. [...]
Sind nicht die Schulen vor der ersten Annahme eines Paradigmas in der gleichen Weise an eine Lehrmeinung, eine Theorie gebunden, wie es nach der ersten Annahme eines Paradigmas die normale Wissenschaft ist? Verändert sich hier nur die Reichweite eines Paradigmas? Oder besteht der Unterschied hauptsächlich darin, dass die anderen Meinungen, Theorien und Schulen eingeebnet werden?
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Definition normale Wissenschaft: Sie baut auf einer oder mehreren wissenschaftlichen Leistungen der Vergangenheit auf und wird von einer wissenschafltichen Gemeinschaft eine Zeit lang als Grundlage für ihre Forschung akzeptiert. Die Basis/Leistung, auf die sich die normale Wissenschaft bezieht, wird bei Kuhn Paradigma genannt.
Ein Paradigma sollte A neuartig genug sein, um eine beständige Gruppe von Anhängern anzuziehen und sollte B offen genug sein, um der Gruppe von Fachleuten alle möglichen ungelößten Probleme zu stellen. Aus der Anwendung des Paradigmas ergibt sich die Tradition wissenschaftlicher Forschung einer Gruppe.
Vor einem ersten Paradigma ist Forschung sehr willkürlich weil Daten und Experimente gänzlich ohne Richtungsweisung nur oberflächlich bleiben können. Das Zusammentragen von Fakten ist Zufall, da alles wichtig erscheint. Zugriff auf Vielfalt der Daten ist leicht, weil noch keine tiefergehende Forschung.
Wenn sich dann ein Paradigma durchsetzt verschwinden alle vorherigen Differenzen von Theorien und Schulen. Ist quasi Sieg einer Schule.
Nach Annahme des Paradigmas kann viel genauer und detaillierter geforscht werden bzw. Forschung wird sehr speziell, weil Sorge um die Grundlagen nicht mehr vorhanden sind. Die Annahme eines Paradigmas ist daher ein Zeichen der Reife einer Wissenschaft oder eines Fachgebietes.
Grenzziehung Wer nicht mitzieht wird ausgegrenzt: Fachgebiete spalten sich aus dem alten ab oder gewisse Bereiche werden garnicht mehr als wissenschaftlich eingestuft.
Um als Paradigma angenommen zu werden, muß eine Theorie besser erscheinen als die mit ihr im Wettstreit liegenden, sie braucht aber nicht [ ] alle Tatsachen, mit denen sie konfrontiert wird, zu erklären. S.32
Ein Paradigma verheißt Erfolg. Normale Wissenschaft besteht in der Verwirklichung jener Verheißung durch: [...]
Aufräumarbeit ist nach Kuhn das, was die meisten Wissenschaftler in ihrer Arbeit tatsächlich tun = Das ist normale Wissenschaft. Ziel ist es nicht neue Phänomene zu entdecken sondern Natur und Paradigma zusammenzuführen und also Theorien und Phänomene, die im Rahmen des Paradigmas enthalten sind zu verteidigen.
Frage: Wenn dem aber so ist, dass das Ziel der normalen Wissenschaft nicht bedeutend substantielle Neuheiten sind, warum werden diese Probleme dann überhaupt in Angriff genommen? Woher kommt das Interesse?
Metapher des Rätsels Die wissenschaftlich zu lösenden Probleme im Rahmen des Paradigmas als Rätsel zu bezeichnen macht in zweierlei Hinsicht Sinn:
Es gibt Lösungen. Die Annahme eines Paradigmas bedeutet die Annahme einer bestehenden Lösung von einem bestimmten Kreis von ausgewählten Problemen. Dabei isoliert das Paradigma von Problemen, die nicht in das Rätselschema passen.
Es gibt Regeln bei einem zu lösenden Rätsel. Wenn man den Begriff der Regel ausweitet kann man zu den Bezeichnungen festgelegter Standpunkt und Vorverständnis kommen.
Regeln bedeuten Behauptungen wissenschaftlicher Gesetze und Aussagen über wissenschaftliche Begriffe und Theorien. Auch die Bindung an bestimmte Apparaturen oder zulässige Anwendungen anerkannter Instrumente werden festgelegt. Allerdings sind diese Regeln für einen Wissenschaftshistoriker nicht so konkret benennbar wie das dazugehörige Paradigma. Kuhns These: Paradigmata können ohne genau bestimmbare Regeln die normale Wissenschaft leiten. Warum ist das so?
Hier wird Wittgenstein zu Rate gezogen S.59. Ein Vergleich zwischen Sprachanwendung und wissenschaftlicher Praxis: So wie bei der richtig angewendeten Sprache keine expliziten Regeln bestehen oder bewußt sind, so lernt und praktiziert auch der Wissenschaftler immer schon in Anwendung. Er lernt keine konkreten Regeln sondern arbeitet nach Vorbildern.
Zur weiteren Untermauerung der These wird angeführt, dass ein Paradigma normale Wissenschaft nur solange ohne Regeln leiten kann, wie es fest steht. Sobald es in eine Krise gerät werden explizite Regeln wichtig bzw. enstehen bewusste Diskussionen um Methoden, Probleme und Lösungsansätze. [...]
Sind nicht die Schulen vor der ersten Annahme eines Paradigmas in der gleichen Weise an eine Lehrmeinung, eine Theorie gebunden, wie es nach der ersten Annahme eines Paradigmas die normale Wissenschaft ist? Verändert sich hier nur die Reichweite eines Paradigmas? Oder besteht der Unterschied hauptsächlich darin, dass die anderen Meinungen, Theorien und Schulen eingeebnet werden?
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