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Mein Glaubensweg
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Themen: religion glaube atheismus Kategorie: Literatur/Texte/Lyrik
76Views
| Autor: | |
| Veröffentlicht: | Januar 2001 |
| Art des Textes: | Kritik/Rezension |
| Thema: | Biografie/Sachtext/Kritik |
| Lizenz: | Namensnennung, nicht kommerziell, keine Bearbeitung |
Textauszug aus diesem Dokument
Drum prüfe, wer sich ewig bindet Teil einer alten Volksweisheit \"Dein Verstand ist schwankend, wird er nicht auf die Sinne gebaut; dein Glaube ist dunkel, wenn ihn die Vernunft nicht beleuchtet.\" L. Börne;1786 1837 Warum glaube ich nicht mehr, was in der Bibel steht? Warum löse ich mich nach zehn Jahren von dem überlieferten Glauben an den Gottessohn Christus? Meinen Weg zum Christen und wieder zurück möchte ich hier nachzeichnen; meine Hoffnung ist, dass sich andere auch entschließen, nachzudenken.
Vorausschicken möchte ich allerdings eines: Dass ich nicht mehr an den biblischen Jesus der Kirchenlehre glaube, die sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche samt freikirchliche Ableger einschließt, bedeutet nicht, dass ich gar nicht mehr an Gott glaube. Ich möchte nur nicht an die Märchen vergangener Zeiten glauben, noch mein Leben an Vorschriften gestalten, denen eine wirkliche Grundlage entbehrt.
Im Anfang: \"Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben.\" [...]
Finsternis schien über mein gesamtes Leben zu liegen; Licht gab es nur selten. Jedenfalls war mein Empfinden so. Nach einer soliden, katholischen Kindheit in einem Dorf am Niederrhein verdunkelte sich mein Leben: mein Stiefvater löschte das Licht und tyrannisierte meine Mutter und mich. Einzelheiten spare ich mir. Ich wurde zu einem \"Runaway Child\"; den Rest meiner Jugend verbrachte ich in verschiedenen Heimen. Mein Weg schien vorbestimmt; Aussichtslosigkeit bestimmte meine Lebenseinstellung. \"No Future\": Punk war mein Leben. Die Stranglers lieferten den Soundtrack. Kurz bevor ich selber \"strangled\" war, traf ich über eine Teestube Baptisten. Das war 1980 in Münster, mitten in einer neuen \"Jesuswelle\".
Diese christliche Jugend war schon hysterisch im Glauben, das ging auf die Dauer nicht gut: Was ich brauchte, war ein Fundament, keine rosa Wolke So wendete ich mich meinem wirklichen Leben zu und beschloss, doch noch was daraus zu machen. In den 1980ern lernte ich meine Frau kennen und schaffte tatsächlich einen bescheidenen beruflichen Erfolg. Die Opfer dabei waren hoch. Und ich war weiter auf der Suche nach dem \"wahren\" Gott.
Christ Sein: \"Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.\" Paulus; Röm. 5, V 1
Prima. Nach langem Bibelstudium blieb dieser Satz bei mir hängen. Im Rahmen einer Evangelisationswoche nahm ich Jesus als meinen Herrn an. Ich ließ mich taufen und schloss mich einer Freien evangelischen Gemeinde an. Über die offenen Fragen, wie Schöpfung und Jungfrauengeburt, die Wundertaten Jesu usw., machte ich mir erst mal keine weiteren Gedanken. Ich ging davon aus, dass sich das mit der Zeit schon klären wird. Immer im Glauben vertrauen Da in FeGs Freie evangelische Gemeinde das \"allgemeine Priestertum\" hochgehalten wird, bringt der Gläubige sich gemäß seiner Gaben ein. Ich selbst arbeitete im Kindergottesdienst mit und bei der Gottesdienstgestaltung. Der wöchentliche Hauskreis rundete mein Engagement ab. Alles in allem eine durchaus befriedigende Zeit; es machte Spaß und ich fühlte, dass mein Leben sinnvoll ausgebucht war. Differenzen in der Bibelauslegung sind nicht so dramatisch; man respektierte sich weitgehend. Selbst Streit in der Gemeinde sah ich nicht so dramatisch. Das gab es allem Anschein nach ja auch in der Urgemeinde und wurde in Liebe aufgelöst. Dennoch gab es aber nach einiger Zeit zwei Knackpunkte: zum einen die Ansicht über die Bibel als Wort Gottes und die entsprechende Auslegung, zum anderen die Person Jesus Christus. Ich begann entsprechende Literatur zu studieren. [...]
Mein Umzug nach Moers brachte auch einen Wechsel der Gemeinde mit sich. Und einen partiellen Rückzug aus dem Gemeindeleben. Mit meiner Glaubenskrise konnte ich auch kaum vernünftig mitarbeiten. Der Besuch des Bibelhauskreises war das einzige zur \"Zurüstung\", was ich mir erlaubte. Meine Sicht der Texte stieß aber hin und wieder auf \"Gegenwehr\". Was machte eigentlich meine Sicht aus? Das Trennende zum Christlichen musste ich mir bewusst machen. Im Einzelnen: [...]
Ich sehe in den Schriften der Bibel eher Mythen und Erfahrensberichte von Menschen, die eine Gottessicht vermitteln wollen. Mit allen Stärken und Schwächen.
Ich kann das Alte Testament nicht im Blick auf Christus lesen, ohne das Gefühl zu haben, den Texten damit Unrecht zu tun. [...]
Im einzelnen waren diese Differenzen nicht unbedingt \"dramatisch\"; allerdings ergab sich im Gesamten ein Bild, das zu einem nicht ganz unerwarteten Ergebnis führte. [...]
Christen gehen maximal vom Kreationismus aus; in der Regel also Schöpfungsglaube, der sich aus der Bibel nährt. Vielfach wird sogar an die wortwörtliche 7TageSchöpfung geglaubt. Ich bin mit der Evolutionslehre aufgewachsen und finde sie logisch und nachvollziehbar. Mit Schwächen versehen, wie Wissenschaft nun mal so ist, aber gut...
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Vorausschicken möchte ich allerdings eines: Dass ich nicht mehr an den biblischen Jesus der Kirchenlehre glaube, die sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche samt freikirchliche Ableger einschließt, bedeutet nicht, dass ich gar nicht mehr an Gott glaube. Ich möchte nur nicht an die Märchen vergangener Zeiten glauben, noch mein Leben an Vorschriften gestalten, denen eine wirkliche Grundlage entbehrt.
Im Anfang: \"Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben.\" [...]
Finsternis schien über mein gesamtes Leben zu liegen; Licht gab es nur selten. Jedenfalls war mein Empfinden so. Nach einer soliden, katholischen Kindheit in einem Dorf am Niederrhein verdunkelte sich mein Leben: mein Stiefvater löschte das Licht und tyrannisierte meine Mutter und mich. Einzelheiten spare ich mir. Ich wurde zu einem \"Runaway Child\"; den Rest meiner Jugend verbrachte ich in verschiedenen Heimen. Mein Weg schien vorbestimmt; Aussichtslosigkeit bestimmte meine Lebenseinstellung. \"No Future\": Punk war mein Leben. Die Stranglers lieferten den Soundtrack. Kurz bevor ich selber \"strangled\" war, traf ich über eine Teestube Baptisten. Das war 1980 in Münster, mitten in einer neuen \"Jesuswelle\".
Diese christliche Jugend war schon hysterisch im Glauben, das ging auf die Dauer nicht gut: Was ich brauchte, war ein Fundament, keine rosa Wolke So wendete ich mich meinem wirklichen Leben zu und beschloss, doch noch was daraus zu machen. In den 1980ern lernte ich meine Frau kennen und schaffte tatsächlich einen bescheidenen beruflichen Erfolg. Die Opfer dabei waren hoch. Und ich war weiter auf der Suche nach dem \"wahren\" Gott.
Christ Sein: \"Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.\" Paulus; Röm. 5, V 1
Prima. Nach langem Bibelstudium blieb dieser Satz bei mir hängen. Im Rahmen einer Evangelisationswoche nahm ich Jesus als meinen Herrn an. Ich ließ mich taufen und schloss mich einer Freien evangelischen Gemeinde an. Über die offenen Fragen, wie Schöpfung und Jungfrauengeburt, die Wundertaten Jesu usw., machte ich mir erst mal keine weiteren Gedanken. Ich ging davon aus, dass sich das mit der Zeit schon klären wird. Immer im Glauben vertrauen Da in FeGs Freie evangelische Gemeinde das \"allgemeine Priestertum\" hochgehalten wird, bringt der Gläubige sich gemäß seiner Gaben ein. Ich selbst arbeitete im Kindergottesdienst mit und bei der Gottesdienstgestaltung. Der wöchentliche Hauskreis rundete mein Engagement ab. Alles in allem eine durchaus befriedigende Zeit; es machte Spaß und ich fühlte, dass mein Leben sinnvoll ausgebucht war. Differenzen in der Bibelauslegung sind nicht so dramatisch; man respektierte sich weitgehend. Selbst Streit in der Gemeinde sah ich nicht so dramatisch. Das gab es allem Anschein nach ja auch in der Urgemeinde und wurde in Liebe aufgelöst. Dennoch gab es aber nach einiger Zeit zwei Knackpunkte: zum einen die Ansicht über die Bibel als Wort Gottes und die entsprechende Auslegung, zum anderen die Person Jesus Christus. Ich begann entsprechende Literatur zu studieren. [...]
Mein Umzug nach Moers brachte auch einen Wechsel der Gemeinde mit sich. Und einen partiellen Rückzug aus dem Gemeindeleben. Mit meiner Glaubenskrise konnte ich auch kaum vernünftig mitarbeiten. Der Besuch des Bibelhauskreises war das einzige zur \"Zurüstung\", was ich mir erlaubte. Meine Sicht der Texte stieß aber hin und wieder auf \"Gegenwehr\". Was machte eigentlich meine Sicht aus? Das Trennende zum Christlichen musste ich mir bewusst machen. Im Einzelnen: [...]
Ich sehe in den Schriften der Bibel eher Mythen und Erfahrensberichte von Menschen, die eine Gottessicht vermitteln wollen. Mit allen Stärken und Schwächen.
Ich kann das Alte Testament nicht im Blick auf Christus lesen, ohne das Gefühl zu haben, den Texten damit Unrecht zu tun. [...]
Im einzelnen waren diese Differenzen nicht unbedingt \"dramatisch\"; allerdings ergab sich im Gesamten ein Bild, das zu einem nicht ganz unerwarteten Ergebnis führte. [...]
Christen gehen maximal vom Kreationismus aus; in der Regel also Schöpfungsglaube, der sich aus der Bibel nährt. Vielfach wird sogar an die wortwörtliche 7TageSchöpfung geglaubt. Ich bin mit der Evolutionslehre aufgewachsen und finde sie logisch und nachvollziehbar. Mit Schwächen versehen, wie Wissenschaft nun mal so ist, aber gut...
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