Lade Dokument...

JUGENDERINNERUNGEN Zweites Kapitel aus dem Roman
PDF Dokument,
Themen: roman spiel ebook ebooks ipad e-book Kategorie: Literatur/Texte/Lyrik
103Views
2Downloads
| Autor: | |
| Veröffentlicht: | Oktober 2011 |
| Art des Textes: | Roman/Epos |
| Thema: | Roman |
| Lizenz: | Namensnennung, nicht kommerziell, keine Bearbeitung |
Textauszug aus diesem Dokument
[Zweites Kapitel Jugenderinnerungen] Nach einer wahren Geschichte. Sorgfältig recherchiert, ausführlich aufbereitet und psychologisch analysiert. Nicht nur zur Erbauung, auch zur Ermahnung betroffener Personen. Seite 3
[Aus meinem Roman TREUFLEISCH] Jugenderinnerungen Mein liebes Kind. Eines ist sicher und darum möchte ich dir einen guten Rat für deine Ehe mit auf den Weg geben. Nach meiner Erfahrung muss man in der Ehe Regeln aufstellen, zum Beispiel wie das gemeinsame Glück auszusehen hat. Regeln verhindern keine Verstöße, aber nach den Regeln müssen Verstöße bestraft werden. Darum merke dir gut: Regeln erhöhen die Spannung und erhalten das Eheglück. Stell Regeln auf. Bestehe auf die Einhaltung und dann vergiss sie gleich wieder. Wenn dich dein Mann darauf anspricht, sag ihm, dass er immer und überhaupt alles falsch versteht und dir nie zuhört. Das wirkt immer und überall. Else BlockKaschinski zu ihrer Tochter Titania im März 1968 bis 1968 Es war kein Zufall, dass sich das fünfzehnjährige Fräulein Titania gern und oft an diesem Ort aufhielt. Seit Seite 4
[Zweites Kapitel Jugenderinnerungen] einigen Monaten war in ihr ein eigenartiges Kribbeln, das auch ihrer aufmerksamen Mutter nicht entgangen war. In der für rustikale Landfrauen typischen Art wurde Titanias Verhalten mit der zutreffenden Bemerkung: Du kriegst Haare zwischen den Füßen. Komm mir bloß nicht mit einem Balg nach Hause, und da gehst du mir da nicht mehr hin kommentiert. Gleichzeitig bekam ihr zwölf Minuten jüngere Zwillingsschwester Olympia ein Lob: Nimm dir deine kleine Schwester zum Vorbild. Die weiß, wie man sich benimmt. Titania war wie alle Mädchen in ihrem Alter ungehorsam und wie ein löchriger Sack voller Flöhe nicht zu hüten, denn der junge und gutaussehende AushilfsDiskJockey und angehende Fachverkäufer für Damen und Herrenoberbekleidung in einem Sindelfinger Bekleidungshaus am Marktplatz hatte es ihr angetan, und der war sich seiner Wirkung auf die Jungmädchen, die Seite 5
[Aus meinem Roman TREUFLEISCH] hochtoupiert in Grüppchen in der sogenannten Ritzenecke gegenüber der Bar, unmittelbar vor der Toilettentür und neben dem Zigarettenautomaten kichernd zusammenstanden, durchaus bewusst. Vordergründig ließ Fräulein Titanias optische Anziehungskraft im direkten Vergleich mit den anderen Sindelfinger Fräuleins etwas zu wünschen übrig, da sie damals entsprechend einem durch die dominierende und äußerst sparsame Mutter geprägten Geschmack eingekleidet und mit den Worten: Kind, denk an deinen Religionsunterricht mental gut konditioniert war. Aber das störte den jungen Paul nicht, denn seine Devise war: Jede kommt dran, und wer bei drei nicht auf einem hohen Baum ist, ist fällig. Das wusste Titania nicht, aber sie hörte die Worte ihrer Mutter oft und dachte auch an den Religionsunterricht in der Hauptschule. Aber trotz Seite 6
[Zweites Kapitel Jugenderinnerungen] angestrengtem Nachdenken fielen ihr nur der wohlbeleibte Pfarrer Kussmann und seine drastischen Worte von der Sündhaftigkeit junger Mädchen in zu kurzen Röcken ein. Ihr lieben Kinder, die Miniröcke und der neumodische Krach den manche, und im Angesicht des Herrn und seines Sohnes, aber auch der Jungfrau Maria, und im Namen aller Heiligen möchte ich nicht weiter ausführen woher die kommen und wessen Geistes Kind die sind, als Musik bezeichnen, sind nicht nur ein Werk des Teufels, sondern Erfindungen der Hölle. Sehr nur wie sie sich dazu bewegen und die Zuckungen, die an den Veitstanz erinnern und womöglich noch schlimmer sind. Jedes junge Mädchen, das sich so frevelhaft öffentlich produziert, verführt unsere anständigen, deutschen Jungmannen zur Unzucht und zur Selbstbefleckung, die dafür, und darin sind nur die kurzen Röcke schuld, für alle Ewigkeit im hintersten Winkel der Hölle, und zwar da wo es Seite 7
[Aus meinem Roman TREUFLEISCH] besonders heiß ist, kopfunter schmoren müssen. Wollt ihr diese schwere Schuld für alle Ewigkeit auf euch laden und zur Strafe im ewigen Höllenfeuer büßen? Bei solchen deprimierenden Aussichten wagte niemand den Blick zu heben. Die mehrmals, bis unter die mit stäbchenbewehrten Büstenhalter umgeschlagenen Taillenbündchen wurden wieder zurechtgerückt, und die Rocksäume rutschten unauffällig bis zu den JungmädchenKniescheiben und beim Gedanken ans Höllenfeuer auch noch tiefer. Nur die in Pfarrer Kussmanns strengen Augen ordentlich gekleidete Titania, und auch deren Zwillingsschwester Olympia bekamen mit allen Anzeichen liebevoller Zuneigung seine segnenden Hände auf die demütig gesenkten Häupter und eine Eins, manchmal auch nur eine Zwei im Religionsunterricht, dafür aber regelmäßig auf dem Pausenhof von den anderen Mädels ordentlich Dresche. Seite 8
[Zweites Kapitel Jugenderinnerungen] Während Olympia wegen der Schmach und mit Schmerzen in den Weichteilen viele Nächte auf Knien betend verbrachte, konnte im gleichen Schlafzimmer die von Alb und...
Gesamtes Dokument lesen »
[Aus meinem Roman TREUFLEISCH] Jugenderinnerungen Mein liebes Kind. Eines ist sicher und darum möchte ich dir einen guten Rat für deine Ehe mit auf den Weg geben. Nach meiner Erfahrung muss man in der Ehe Regeln aufstellen, zum Beispiel wie das gemeinsame Glück auszusehen hat. Regeln verhindern keine Verstöße, aber nach den Regeln müssen Verstöße bestraft werden. Darum merke dir gut: Regeln erhöhen die Spannung und erhalten das Eheglück. Stell Regeln auf. Bestehe auf die Einhaltung und dann vergiss sie gleich wieder. Wenn dich dein Mann darauf anspricht, sag ihm, dass er immer und überhaupt alles falsch versteht und dir nie zuhört. Das wirkt immer und überall. Else BlockKaschinski zu ihrer Tochter Titania im März 1968 bis 1968 Es war kein Zufall, dass sich das fünfzehnjährige Fräulein Titania gern und oft an diesem Ort aufhielt. Seit Seite 4
[Zweites Kapitel Jugenderinnerungen] einigen Monaten war in ihr ein eigenartiges Kribbeln, das auch ihrer aufmerksamen Mutter nicht entgangen war. In der für rustikale Landfrauen typischen Art wurde Titanias Verhalten mit der zutreffenden Bemerkung: Du kriegst Haare zwischen den Füßen. Komm mir bloß nicht mit einem Balg nach Hause, und da gehst du mir da nicht mehr hin kommentiert. Gleichzeitig bekam ihr zwölf Minuten jüngere Zwillingsschwester Olympia ein Lob: Nimm dir deine kleine Schwester zum Vorbild. Die weiß, wie man sich benimmt. Titania war wie alle Mädchen in ihrem Alter ungehorsam und wie ein löchriger Sack voller Flöhe nicht zu hüten, denn der junge und gutaussehende AushilfsDiskJockey und angehende Fachverkäufer für Damen und Herrenoberbekleidung in einem Sindelfinger Bekleidungshaus am Marktplatz hatte es ihr angetan, und der war sich seiner Wirkung auf die Jungmädchen, die Seite 5
[Aus meinem Roman TREUFLEISCH] hochtoupiert in Grüppchen in der sogenannten Ritzenecke gegenüber der Bar, unmittelbar vor der Toilettentür und neben dem Zigarettenautomaten kichernd zusammenstanden, durchaus bewusst. Vordergründig ließ Fräulein Titanias optische Anziehungskraft im direkten Vergleich mit den anderen Sindelfinger Fräuleins etwas zu wünschen übrig, da sie damals entsprechend einem durch die dominierende und äußerst sparsame Mutter geprägten Geschmack eingekleidet und mit den Worten: Kind, denk an deinen Religionsunterricht mental gut konditioniert war. Aber das störte den jungen Paul nicht, denn seine Devise war: Jede kommt dran, und wer bei drei nicht auf einem hohen Baum ist, ist fällig. Das wusste Titania nicht, aber sie hörte die Worte ihrer Mutter oft und dachte auch an den Religionsunterricht in der Hauptschule. Aber trotz Seite 6
[Zweites Kapitel Jugenderinnerungen] angestrengtem Nachdenken fielen ihr nur der wohlbeleibte Pfarrer Kussmann und seine drastischen Worte von der Sündhaftigkeit junger Mädchen in zu kurzen Röcken ein. Ihr lieben Kinder, die Miniröcke und der neumodische Krach den manche, und im Angesicht des Herrn und seines Sohnes, aber auch der Jungfrau Maria, und im Namen aller Heiligen möchte ich nicht weiter ausführen woher die kommen und wessen Geistes Kind die sind, als Musik bezeichnen, sind nicht nur ein Werk des Teufels, sondern Erfindungen der Hölle. Sehr nur wie sie sich dazu bewegen und die Zuckungen, die an den Veitstanz erinnern und womöglich noch schlimmer sind. Jedes junge Mädchen, das sich so frevelhaft öffentlich produziert, verführt unsere anständigen, deutschen Jungmannen zur Unzucht und zur Selbstbefleckung, die dafür, und darin sind nur die kurzen Röcke schuld, für alle Ewigkeit im hintersten Winkel der Hölle, und zwar da wo es Seite 7
[Aus meinem Roman TREUFLEISCH] besonders heiß ist, kopfunter schmoren müssen. Wollt ihr diese schwere Schuld für alle Ewigkeit auf euch laden und zur Strafe im ewigen Höllenfeuer büßen? Bei solchen deprimierenden Aussichten wagte niemand den Blick zu heben. Die mehrmals, bis unter die mit stäbchenbewehrten Büstenhalter umgeschlagenen Taillenbündchen wurden wieder zurechtgerückt, und die Rocksäume rutschten unauffällig bis zu den JungmädchenKniescheiben und beim Gedanken ans Höllenfeuer auch noch tiefer. Nur die in Pfarrer Kussmanns strengen Augen ordentlich gekleidete Titania, und auch deren Zwillingsschwester Olympia bekamen mit allen Anzeichen liebevoller Zuneigung seine segnenden Hände auf die demütig gesenkten Häupter und eine Eins, manchmal auch nur eine Zwei im Religionsunterricht, dafür aber regelmäßig auf dem Pausenhof von den anderen Mädels ordentlich Dresche. Seite 8
[Zweites Kapitel Jugenderinnerungen] Während Olympia wegen der Schmach und mit Schmerzen in den Weichteilen viele Nächte auf Knien betend verbrachte, konnte im gleichen Schlafzimmer die von Alb und...
Gesamtes Dokument lesen »


Meine Texte sind sorgfältig und gewissenhaft recherchiert. Falls an irgendeiner Stelle Schutz-, oder Urheberrechte verletzt werden, ist das unbeabsichtigt geschehen. In diesem Fall bitte ich um Nachricht und um Angabe der Quellen.
Für Links (Verweise), zum Beispiel auf fremde Inhalte im Internet, kann ich keine Haftung übernehmen. Hiermit distanziere ich mich ausdrücklich von den Inhalten aller fremden, gelinkten Seiten. Ich mache mir diese Inhalte nicht zu Eigen.
Wenn dir mein Text gefällt, freue ich mich über dein Feedback.
”
Kommentare zu diesem Dokument
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben. Sei der Erste, der dieses Dokument kommentiert