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Interkulturelles Lernen
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Themen: lernen erziehungswissenschaft pädagogik Kategorie: Hausarbeiten
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| Autor: | |
| Universität: | Universität Trier |
| Thema: | Pädagogik |
| Lizenz: | Namensnennung, nicht kommerziell, Weitergabe unter gleichen Bedingungen |
Textauszug aus diesem Dokument
Interkulturelles Lernen wird als Antwort auf die Schwierigkeiten einer Welt betrachtet, die durch zunehmende kulturelle Vielfalt gekennzeichnet sei. Beginnend mit der Geschichte der Immigration ausländischer Arbeitnehmer1 in Deutschland, hat sich die Konfrontation mit fremden Kulturen mittlerweile vervielfacht. Die Idee der Interkulturalität entstand in diesem Zusammenhang als eine Antwort auf die dadurch aufgeworfenen Fragen. In ähnlicher Weise wird vom Schlagwort des lebenslangen Lernens gesprochen: Entwicklun gen von Globalisierung und Individualisierung sollen ein nicht endlich zu de f inierendes Lernen als Lösung der Probleme erscheinen lassen. Faulstich betrachtet lebenslanges Lernen als eine Phase der Erwachsenenbildung nach 19452 , die als Antwort auf die Anforderungen der Moderne3 zu denken sei. Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen interkulturellem und lebenslangem Lernen in Bezug auf die Bildung von Erwachsenen. Sie geht daher nicht vom normativ be setzten Erziehungsbegriff4 aus, sondern von einem Lernprozess unter gleichberechtigten Indi viduen, in dem der Erwachsenenbilder als Vermittler für das Lernen5 auftritt. Lernen wird betrachtet als ein wertneutraler Begriff6, der Vorgang, daß eine Person in der Aneignung von dargestelltem externen Wissen ihren eigenen Gedankenkreis erweitert7. Da der Begriff der Weiterbildung mittlerweile zur generellen Bezeichnung aller Bildungsarbeit mit Erwachse nen geworden8 ist, wird er synonym mit Erwachsenenbildung gebraucht. Diese Arbeit wird ihr Thema vergleichend anhand verschiedener Aspekte angehen. Zentrale These ist hier, dass das interkulturelle Lernen sehr dicht am Konzept des lebenslangen Lernens zu betrachten ist. Es handelt sich zwar um andere Blickwinkel, im Grunde genommen jedoch um Konzepte, die auf den gleichen Grundlagen beruhen und einander gegenseitig bedingen. Eine weitere These ist, dass der Bildungsbegriff die Möglichkeit bietet, beide Konzeptionen theoretisch zu umfassen und ihr Verhältnis zueinander zu erklären. Um den Lese f luss nicht unnötig zu unterbrechen, wurden Quellenangaben in Fußnoten aus gelagert und dort in Kurzform Autor, Jahreszahl, Seitenangabe angegeben. Die kompletten Nachweise der verwendeten Literatur be f inden sich im Literaturverzeichnis. Am Anfang sind einige zentrale begrif f liche Abgrenzungen vorzunehmen. Der Hauptteil wird dann die beiden Konzeptionen in Bezug auf die Punkte Wirtschaftlichkeit, Politik sowie Handlungsorientierung untersuchen. Abschließend werden die Ergebnisse aus erziehungs wissenschaftlicher Perspektive betrachtet und Schlussfolgerungen gezogen. 1 EirmbterStolbrink 2003, 160. 2 vgl. Faulstich 2003, 250. 3 vgl. Faulstich 2003, 245 ff. 4 Für eine einführende Diskussion des Erziehungsbegriffs vgl. Gudjons 2001, 183 ff. 5 Gudjons 2001, 320. 6 Gudjons 2001, 214. 7 Dräger 2006, 112. Diesem Lernbegriff wird in dieser Arbeit bewusst gegenüber psychologischen De f initionen der Vorzug gegeben, da er, wie noch zu zeigen sein wird, den Anschluss an die Bildungstheorie und somit eine originär erziehungswissenschaftliche Betrachtung des Lernens erlaubt. 8 Dräger 2001, 336.
5 1.1. Interkulturelles Lernen Kultur ist in der Perspektive dieser Arbeit ein universelles, für eine Gesellschaft, Organisation und Gruppe aber sehr typisches Orientierungssystem9, das ein wichtiger Teil der einzelnen Personen ist, denn kulturelle Zugehörigkeit kann nicht negiert werden, da sie ein wichtiger Bestandteil der Selbstbilder von Personen ist10. Dabei liegt Kultur immer die Pluralität zu Grunde, denn eine Selbstbeschreibung ist nur mit Bezug zum Fremden möglich11. Die Einzelnen seien sich ihrer Kultur sehr sicher, so als sei ihr eigenes Orientierungssystem für alle anderen Personen so selbstverständlich, richtig, wahr und angemessen wie für sie selbst12, was jedoch gerade in der Begegnung mit fremden Kulturen zu Problemen führen könne, besonders wenn kulturelle Aspekte nicht re f lektiert werden13. Im Zuge der theoretischen Beschäftigung mit dem Aufeinandertreffen von Kulturen sind eini ge Begriffe14 entstanden, die im Rahmen dieser Arbeit nicht näher behandelt werden können. Sie konzentriert sich auf den Begriff der Interkulturalität, der die Pluralität von Kulturen unter der Bedingung der Gleichheit als ein Geschehen zwischen den Kulturen betrachtet: Die Besonderheit der interkulturellen Idee ist auf die Wahrnehmung und den Umgang mit differenten kulturellen Formen unter der Voraussetzung wechselseitiger Anerken nung des jeweils Spezi f ischen gerichtet. Die wechselseitige Anerkennung ist von keiner Seite auf eine assimilatorische Beziehung gerichtet, sondern setzt die Differenzerfah rung in eine formale Gleichheit.
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5 1.1. Interkulturelles Lernen Kultur ist in der Perspektive dieser Arbeit ein universelles, für eine Gesellschaft, Organisation und Gruppe aber sehr typisches Orientierungssystem9, das ein wichtiger Teil der einzelnen Personen ist, denn kulturelle Zugehörigkeit kann nicht negiert werden, da sie ein wichtiger Bestandteil der Selbstbilder von Personen ist10. Dabei liegt Kultur immer die Pluralität zu Grunde, denn eine Selbstbeschreibung ist nur mit Bezug zum Fremden möglich11. Die Einzelnen seien sich ihrer Kultur sehr sicher, so als sei ihr eigenes Orientierungssystem für alle anderen Personen so selbstverständlich, richtig, wahr und angemessen wie für sie selbst12, was jedoch gerade in der Begegnung mit fremden Kulturen zu Problemen führen könne, besonders wenn kulturelle Aspekte nicht re f lektiert werden13. Im Zuge der theoretischen Beschäftigung mit dem Aufeinandertreffen von Kulturen sind eini ge Begriffe14 entstanden, die im Rahmen dieser Arbeit nicht näher behandelt werden können. Sie konzentriert sich auf den Begriff der Interkulturalität, der die Pluralität von Kulturen unter der Bedingung der Gleichheit als ein Geschehen zwischen den Kulturen betrachtet: Die Besonderheit der interkulturellen Idee ist auf die Wahrnehmung und den Umgang mit differenten kulturellen Formen unter der Voraussetzung wechselseitiger Anerken nung des jeweils Spezi f ischen gerichtet. Die wechselseitige Anerkennung ist von keiner Seite auf eine assimilatorische Beziehung gerichtet, sondern setzt die Differenzerfah rung in eine formale Gleichheit.
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