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Textauszug aus diesem Dokument
In der heutigen Zeit des steigenden Umweltbewusstseins ist eine starke Rückbesinnung zum Natürlichen zu verzeichnen, daher gibt es viele unter uns, die alles \"Bio\" lieben: Nahrungsmittel, Kleidung, Bauen, Wohnen usw. In der Tierzucht besinnt man sich auf alte, naturverbundene Haustierrassen, im Pflanzenbau auf die alten Landsorten. Und auch in der Hundezucht und haltung gibt es Tendenzen zum Mischling oder zur Naturzucht, wie man bei Lorenz, Trumler u.a. nachlesen kann. [...]
Nun, das nimmt nicht Wunder, denn wohl werden Mischlinge meist vitaler sein, aber da sie ja auch nur aus hochgezüchteten, daher oft mit Erbkrankheiten behafteten Hunden entstehen, wird häufig das eine oder andere, vor allem polygene Erbleiden nicht mehr durch die Kreuzung ausreichend dominant überdeckt, also hat dann auch der Mischling dieses Leiden, besonders, wenn es auch durch Umwelteinflüsse ausgelöst wird, die ja beim Mischling durch die meist schlechtere Haltung eher eintreten. [...]
Genetische Isolierung die Wurzel des Übels Es geschah im vorigen Jahrhundert: die Schläge und Varianten der verschiedenen Gebrauchshunde, die es damals gab, wurden zuerst in England, dann auch auf dem Kontinent zuchtbuchgemäß erfasst, Standards erstellt, und es geschah das, was wir Hochzucht nennen: die verschiedenen Schläge waren nun gegeneinander abgegrenzt und durch Inzucht, Linienzucht und scharfe Selektion, insbesondere auf den sogenannten Formwert, soweit vereinheitlicht, dass sie Petwatch aus Sorge um das Wohl und die Gesundheit unserer Hunde http://www.petwatch.at Powered by Joomla Generiert: 3 September, 2010, 19:30
Nunmehr als Rassen bezeichnet werden konnten. So wurde bald aus jeder Rasse eine isolierte Fortpflanzungsgemeinschaft, der so wichtige genetische Austausch innerhalb der Spezies \"Haushund\" aber weitgehend unterbunden, wenn wir von den Mischlingen absehen aus denen nicht selten bis in die jüngste Zeit auch noch Rassen wurden, siehe Kromfohrländer, Eurasier, usw.. Dies war eine züchterische Revolution, der wir heute unsere zahlreichen Rassen und ihre Erhaltung zu verdanken haben, aber die sich nun auch in mancher Hinsicht als verhängnisvoll erweist. Die Hundezucht hat sich ja gegenüber der Nutztierzucht völlig gegensätzlich entwickelt. Bei Rindern, Schweinen, Geflügel usw. begann es zunächst ebenso, die sogenannten Landschläge wurden zu Rassen hochstilisiert. Aber dann setzte eine gegenläufige Entwicklung ein: man erzeugte Hybriden, indem man zwei oder mehr Inzuchtlinien scharf auf Leistung und nur auf diese selektierte, wobei aber diese dennoch durch die Inzuchtdepression zurückging. Dann wurde zwischen diesen gekreuzt, und die Nachzucht erwies sich, weil ja in hohem Grade heterozygot, als besonders vital und leistungsfähig. Diese Erscheinung wird \"Luxurieren\", englisch \"hybrid vigour\" genannt, sie ist aber nichts anderes als die normale, natürliche Vitalität nicht ingezüchteter Tiere. \"Hybriden\" haben sich heute daher besonders in der Schweine und Geflügelzucht durchgesetzt. Die Ursache dafür ist, dass diese Kreuzungen ganz extrem heterozygot sind, d.h. dass an sehr vielen Genorten verschiedenartige Genpaare Allele vorhanden sind. Dadurch ist der Organismus dieser Tiere besonders gut befähigt, auf Umweltreize biologisch optimal zu reagieren, ob es sich um die Auswertung der Nahrung, die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheitserreger, Hitze, Kälte, Leistung usw., kurz alle Anforderungen des Lebens handelt. Bei den Hunden jedoch stand, anders als bei den Nutztieren für Milch, Fleisch, Eier usw., außer bei den Gebrauchshunderassen nicht irgendeine Leistung, sondern eben das, was als Schönheitsideal betrachtet wird, also der Formwert bzw. der Standard im Vordergrund. Verständlich, denn einheitlich standardgemäße Hunde erzielt man am leichtesten durch Inzucht und Selektion auf Konformität mit dem Standard. Bei den Gebrauchshunden blieb aber die Gesundheit weit besser erhalten. Nun wäre Inzucht u.U. länger durchzuhalten, wenn gleichzeitig scharf oder sogar ausschließlich auf Gesundheit und Vitalität selektiert wird, wie es ja meist bei Gebrauchshunden der Fall ist ein Beispiel dafür ist der Alaskan Husky, der nur auf die Vitalitätsmerkmale Schnelligkeit und Ausdauer gezüchtet wird. Dennoch kommt man auch hier auf die Dauer ohne \"frisches Blut\" nicht aus, denn die Anhäufung schädlicher rezessiver Gene für quantitative Merkmale, die sich gegenseitig beeinflussen und steigern und so die Vitalität mindern bzw. erst im Zusammenwirken die meisten Erbkrankheiten z.B. HD = Hüftgelenkdysplasie hervorrufen, kann man so nicht verhindern.
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Nun, das nimmt nicht Wunder, denn wohl werden Mischlinge meist vitaler sein, aber da sie ja auch nur aus hochgezüchteten, daher oft mit Erbkrankheiten behafteten Hunden entstehen, wird häufig das eine oder andere, vor allem polygene Erbleiden nicht mehr durch die Kreuzung ausreichend dominant überdeckt, also hat dann auch der Mischling dieses Leiden, besonders, wenn es auch durch Umwelteinflüsse ausgelöst wird, die ja beim Mischling durch die meist schlechtere Haltung eher eintreten. [...]
Genetische Isolierung die Wurzel des Übels Es geschah im vorigen Jahrhundert: die Schläge und Varianten der verschiedenen Gebrauchshunde, die es damals gab, wurden zuerst in England, dann auch auf dem Kontinent zuchtbuchgemäß erfasst, Standards erstellt, und es geschah das, was wir Hochzucht nennen: die verschiedenen Schläge waren nun gegeneinander abgegrenzt und durch Inzucht, Linienzucht und scharfe Selektion, insbesondere auf den sogenannten Formwert, soweit vereinheitlicht, dass sie Petwatch aus Sorge um das Wohl und die Gesundheit unserer Hunde http://www.petwatch.at Powered by Joomla Generiert: 3 September, 2010, 19:30
Nunmehr als Rassen bezeichnet werden konnten. So wurde bald aus jeder Rasse eine isolierte Fortpflanzungsgemeinschaft, der so wichtige genetische Austausch innerhalb der Spezies \"Haushund\" aber weitgehend unterbunden, wenn wir von den Mischlingen absehen aus denen nicht selten bis in die jüngste Zeit auch noch Rassen wurden, siehe Kromfohrländer, Eurasier, usw.. Dies war eine züchterische Revolution, der wir heute unsere zahlreichen Rassen und ihre Erhaltung zu verdanken haben, aber die sich nun auch in mancher Hinsicht als verhängnisvoll erweist. Die Hundezucht hat sich ja gegenüber der Nutztierzucht völlig gegensätzlich entwickelt. Bei Rindern, Schweinen, Geflügel usw. begann es zunächst ebenso, die sogenannten Landschläge wurden zu Rassen hochstilisiert. Aber dann setzte eine gegenläufige Entwicklung ein: man erzeugte Hybriden, indem man zwei oder mehr Inzuchtlinien scharf auf Leistung und nur auf diese selektierte, wobei aber diese dennoch durch die Inzuchtdepression zurückging. Dann wurde zwischen diesen gekreuzt, und die Nachzucht erwies sich, weil ja in hohem Grade heterozygot, als besonders vital und leistungsfähig. Diese Erscheinung wird \"Luxurieren\", englisch \"hybrid vigour\" genannt, sie ist aber nichts anderes als die normale, natürliche Vitalität nicht ingezüchteter Tiere. \"Hybriden\" haben sich heute daher besonders in der Schweine und Geflügelzucht durchgesetzt. Die Ursache dafür ist, dass diese Kreuzungen ganz extrem heterozygot sind, d.h. dass an sehr vielen Genorten verschiedenartige Genpaare Allele vorhanden sind. Dadurch ist der Organismus dieser Tiere besonders gut befähigt, auf Umweltreize biologisch optimal zu reagieren, ob es sich um die Auswertung der Nahrung, die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheitserreger, Hitze, Kälte, Leistung usw., kurz alle Anforderungen des Lebens handelt. Bei den Hunden jedoch stand, anders als bei den Nutztieren für Milch, Fleisch, Eier usw., außer bei den Gebrauchshunderassen nicht irgendeine Leistung, sondern eben das, was als Schönheitsideal betrachtet wird, also der Formwert bzw. der Standard im Vordergrund. Verständlich, denn einheitlich standardgemäße Hunde erzielt man am leichtesten durch Inzucht und Selektion auf Konformität mit dem Standard. Bei den Gebrauchshunden blieb aber die Gesundheit weit besser erhalten. Nun wäre Inzucht u.U. länger durchzuhalten, wenn gleichzeitig scharf oder sogar ausschließlich auf Gesundheit und Vitalität selektiert wird, wie es ja meist bei Gebrauchshunden der Fall ist ein Beispiel dafür ist der Alaskan Husky, der nur auf die Vitalitätsmerkmale Schnelligkeit und Ausdauer gezüchtet wird. Dennoch kommt man auch hier auf die Dauer ohne \"frisches Blut\" nicht aus, denn die Anhäufung schädlicher rezessiver Gene für quantitative Merkmale, die sich gegenseitig beeinflussen und steigern und so die Vitalität mindern bzw. erst im Zusammenwirken die meisten Erbkrankheiten z.B. HD = Hüftgelenkdysplasie hervorrufen, kann man so nicht verhindern.
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