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GUTFRIED Siebtes Kapitel aus dem Roman "TREUFLEISCH"
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Themen: spiel casino krimi heilbronn mord roman Kategorie: Literatur/Texte/Lyrik
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| Autor: | |
| Veröffentlicht: | März 2011 |
| Art des Textes: | Roman/Epos |
| Thema: | Roman |
| Lizenz: | Namensnennung, nicht kommerziell, keine Bearbeitung |
Textauszug aus diesem Dokument
Das ganze Übel der Welt hat nur eine Ursache es entsteht schlicht und ergreifend aus der ständigen Jagd nach Profit. Titania TNT Nadja Treufleisch
Zu seinen Lebzeiten war Gutfried Wurstkönig Treufleisch sel. ein erfolgreicher Unternehmer und mehrheitlicher, sowie geschäftsführender Gesellschafter der von seinem Vater Adi aufgebauten, und ihm von seiner Mutter Eva zur richtigen Zeit übertragenen Treufleischs feine Wurstwaren Herstellungs, Groß und Einzelhandelsgesellschaft mit beschränkter Haftung und Co. KG. Mit unermüdlichem Einsatz, unternehmerischer Agilität und seinem untrüglichen Gespür für intensivierte Geschmacks und Feinschmeckertrends war es Gutfried Treufleisch vergönnt, in wenigen Jahrzehnten aus einer kleinen Landmetzgerei, ein weltweit agierendes Fleischwurstwaren und Suppenwürfelunternehmen für verwöhnte Schlemmer und solche die sich dafür ausgeben aufzubauen. [...]
[GUTFRIED] Seite 5 langsam, aber beständig ordnenden Nachkriegschaos zu nutzen wusste. In einem Anflug von Genialität und unternehmerischem Spürsinn war es Adolf Traugott Treufleisch mit unerschütterlicher nationaler und sozialistischer Gesinnung gelungen, zusammen mit einigen ihm freundschaftlich verbundenen Schul und Stammtischkameraden im rechten Geist, darunter einem Sindelfinger Bürgermeister und einem frustrierten mährischen Gauredner des soeben zugrunde gegangenen zwölfjährigen, tausendjährigen Reiches, der seine berufliche Mission in der leidenschaftlichen Verbreitung der behördlicherseits vorbereiteten Reden des Vorzeige Ariers Jupp Schnauze G. gesehen, aber karrieremäßig auf den falschen Gaul gesetzt hatte, ins diskrete Geschäft zu kommen. Dieser enge Freund und Gauredner war nach seinen großen Worten über die genialen Taten des größten Feldherrn aller Zeiten GRÖFAZ zwar höchstdekoriert, jedoch schon Monate vor dem Ende des zwölf Jahre andauernden, tausendjährigen Reiches, und begreiflicherweise unmittelbar nach der Zeitenwende, also im Jahr Null, sehr schmallippig geworden. Wegen Wegfall seines braunen Brötchengebers war der ExGauredner [...]
[GUTFRIED] Seite 7 gegen konvertierbare und nur wenig berauchte Kippen eintauschen. Eines seiner speziellen Hobbys war die gynäkologische Untersuchung von Jungs und Mädchen im Alter bis 10 Jahren.
Wie es der Zufall vorsah, begab es sich, dass der besagte und nun weggesperrte ExGauredner Kenntnis über den Zugang zum geheimen LagerOrt von zweiundzwanzig Tonnen Büchsenwurst der ziemlich lädierten und darum wehrlosen ehemaligen Wehrmacht besaß. Da die Administration der amerikanischen Befreier und Verbündeten zwar wenig gegen die streng verbotenen Fraternisierungsversuche mit den Teilnehmerinnen des bekannten Fräuleinwunders unternehmen konnten, aber der gemeine GI wenige Vorbehalte gegen ästhetische Ablichtungen sehr jugendlicher Frauenkörper, dafür aber sehr große Ängste vor unhygienischen Lebensmitteln und mutmaßlichen WerwolfAktivitäten, die der Legende nach, harmlose Männer in dunklen Ecken anfallen und bei Vollmond den Zwang verspüren, deren Schwänze abzubeißen, gelang es Adi Treufleisch den ExGauredner und nun inhaftierten ExBade und Fotomeister davon zu überzeugen, ihm drei noch gut versteckte PappKartons mit [...]
Auch ein anderer Stammtischkontakt aus braunschwarzen Jahren erwies sich für Adi Treufleischs wirtschaftlichen Aufstieg als hilfreich. Ein ehemaliger Schulfreund und nun leitender Direktor der Deutschen Hollerith Maschinen Gesellschaft in Sindelfingen, der mittels Millionen fein säuberlich gelochter Registrierkarten, und von der amerikanischen Muttergesellschaft über komplizierte Vertragswerke nicht nur das Wissen über die Organisation von Verwaltungsangelegenheiten im speziellen Bereich der Volkszählung und Zuordnung, sondern auch treuhänderisch eine Vielzahl äußerst wertvoller, Internationaler Business Maschinen, nebst dazugehörenden Lochkarten durch die unselige braune Zeit bringen konnte, war, obwohl kaum bekannt, nicht unwesentlich an der logistischen Vorbereitung der Endlösung rassistischer Fragen beteiligt. An jedem gestanzten, reichsdeutschen Loch in eine von der amerikanischen Muttergesellschaft lizensierten Lochkarte war der Direktor Erich W. mit einem sogenannten Lochpfennig beteiligt und Loch für Loch vermögender geworden. Da es im braunen Reich für den loyalen Bürger kaum Möglichkeiten gegeben hatte, krisenfeste Währung [...]
[GUTFRIED] Seite 11 Sindelfingen, und dazu einige brachliegende Äcker, die als Weiden für Kühe die es nicht mehr gab, aber rein statistisch gesehen, eine kriegswichtige Funktion in unmittelbarer Nähe einer damals noch kleinen Autofabrik mit einem Stern im Firmenzeichen, erfüllen konnten, so lange treuhänderisch zu übernehmen, bis sich die stürmischen Zeiten nach der...
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Zu seinen Lebzeiten war Gutfried Wurstkönig Treufleisch sel. ein erfolgreicher Unternehmer und mehrheitlicher, sowie geschäftsführender Gesellschafter der von seinem Vater Adi aufgebauten, und ihm von seiner Mutter Eva zur richtigen Zeit übertragenen Treufleischs feine Wurstwaren Herstellungs, Groß und Einzelhandelsgesellschaft mit beschränkter Haftung und Co. KG. Mit unermüdlichem Einsatz, unternehmerischer Agilität und seinem untrüglichen Gespür für intensivierte Geschmacks und Feinschmeckertrends war es Gutfried Treufleisch vergönnt, in wenigen Jahrzehnten aus einer kleinen Landmetzgerei, ein weltweit agierendes Fleischwurstwaren und Suppenwürfelunternehmen für verwöhnte Schlemmer und solche die sich dafür ausgeben aufzubauen. [...]
[GUTFRIED] Seite 5 langsam, aber beständig ordnenden Nachkriegschaos zu nutzen wusste. In einem Anflug von Genialität und unternehmerischem Spürsinn war es Adolf Traugott Treufleisch mit unerschütterlicher nationaler und sozialistischer Gesinnung gelungen, zusammen mit einigen ihm freundschaftlich verbundenen Schul und Stammtischkameraden im rechten Geist, darunter einem Sindelfinger Bürgermeister und einem frustrierten mährischen Gauredner des soeben zugrunde gegangenen zwölfjährigen, tausendjährigen Reiches, der seine berufliche Mission in der leidenschaftlichen Verbreitung der behördlicherseits vorbereiteten Reden des Vorzeige Ariers Jupp Schnauze G. gesehen, aber karrieremäßig auf den falschen Gaul gesetzt hatte, ins diskrete Geschäft zu kommen. Dieser enge Freund und Gauredner war nach seinen großen Worten über die genialen Taten des größten Feldherrn aller Zeiten GRÖFAZ zwar höchstdekoriert, jedoch schon Monate vor dem Ende des zwölf Jahre andauernden, tausendjährigen Reiches, und begreiflicherweise unmittelbar nach der Zeitenwende, also im Jahr Null, sehr schmallippig geworden. Wegen Wegfall seines braunen Brötchengebers war der ExGauredner [...]
[GUTFRIED] Seite 7 gegen konvertierbare und nur wenig berauchte Kippen eintauschen. Eines seiner speziellen Hobbys war die gynäkologische Untersuchung von Jungs und Mädchen im Alter bis 10 Jahren.
Wie es der Zufall vorsah, begab es sich, dass der besagte und nun weggesperrte ExGauredner Kenntnis über den Zugang zum geheimen LagerOrt von zweiundzwanzig Tonnen Büchsenwurst der ziemlich lädierten und darum wehrlosen ehemaligen Wehrmacht besaß. Da die Administration der amerikanischen Befreier und Verbündeten zwar wenig gegen die streng verbotenen Fraternisierungsversuche mit den Teilnehmerinnen des bekannten Fräuleinwunders unternehmen konnten, aber der gemeine GI wenige Vorbehalte gegen ästhetische Ablichtungen sehr jugendlicher Frauenkörper, dafür aber sehr große Ängste vor unhygienischen Lebensmitteln und mutmaßlichen WerwolfAktivitäten, die der Legende nach, harmlose Männer in dunklen Ecken anfallen und bei Vollmond den Zwang verspüren, deren Schwänze abzubeißen, gelang es Adi Treufleisch den ExGauredner und nun inhaftierten ExBade und Fotomeister davon zu überzeugen, ihm drei noch gut versteckte PappKartons mit [...]
Auch ein anderer Stammtischkontakt aus braunschwarzen Jahren erwies sich für Adi Treufleischs wirtschaftlichen Aufstieg als hilfreich. Ein ehemaliger Schulfreund und nun leitender Direktor der Deutschen Hollerith Maschinen Gesellschaft in Sindelfingen, der mittels Millionen fein säuberlich gelochter Registrierkarten, und von der amerikanischen Muttergesellschaft über komplizierte Vertragswerke nicht nur das Wissen über die Organisation von Verwaltungsangelegenheiten im speziellen Bereich der Volkszählung und Zuordnung, sondern auch treuhänderisch eine Vielzahl äußerst wertvoller, Internationaler Business Maschinen, nebst dazugehörenden Lochkarten durch die unselige braune Zeit bringen konnte, war, obwohl kaum bekannt, nicht unwesentlich an der logistischen Vorbereitung der Endlösung rassistischer Fragen beteiligt. An jedem gestanzten, reichsdeutschen Loch in eine von der amerikanischen Muttergesellschaft lizensierten Lochkarte war der Direktor Erich W. mit einem sogenannten Lochpfennig beteiligt und Loch für Loch vermögender geworden. Da es im braunen Reich für den loyalen Bürger kaum Möglichkeiten gegeben hatte, krisenfeste Währung [...]
[GUTFRIED] Seite 11 Sindelfingen, und dazu einige brachliegende Äcker, die als Weiden für Kühe die es nicht mehr gab, aber rein statistisch gesehen, eine kriegswichtige Funktion in unmittelbarer Nähe einer damals noch kleinen Autofabrik mit einem Stern im Firmenzeichen, erfüllen konnten, so lange treuhänderisch zu übernehmen, bis sich die stürmischen Zeiten nach der...
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