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    Textauszug aus diesem Dokument

    Mit nationalsozialistischen Bauten werden in der Regel Albert Speers Pläne, Berlin zur Reichshauptstadt Germania umzugestalten, assoziiert. Das mag daran liegen, dass das bayrische Pendant Paul Ludwig Troost bereits 1934 verstarb oder daran, dass Speer nach dem Zweiten Weltkrieg durch seine Veröffentlichungen Wirbel um seine Persönlichkeit verursachte. In unserem Bildgedächtnis sind Vorstellungen von einer alles mitreißenden, ‚plattmachenden’ Neuausrichtung der Städte abgespeichert. Zu Recht verbinden wir mit nationalsozialistischer Architektur Gebäude und Straßenschluchten in gigantischen Dimensionen. Bilder von Kolossalbauten, mit dem propagandistischen Anspruch die neue Ideologie in die Welt zu tragen, bestimmen auf den ersten Blick Auffassungen von nationalsozialistischem Baustil.
    Die vorliegende Arbeit legt ihren Fokus ausschließlich auf die repräsentativen Elemente nationalsozialistischer Architektur, wobei die Bauten Troosts in München als deren Ursprung identifiziert werden: Die Umgestaltung des von Klenze konzipierten Münchener Königsplatzes bildete den Auftakt öffentlichen Bauens in nie zuvor gekanntem Ausmaß. Mit seinen Entwürfen für die Erneuerung der ‚Hauptstadt der Bewegung’ prägte Troost die Ikonographie der nationalsozialistischen Architektur nachhaltig. Wir blicken im Folgenden auf die dramaturgischen Mittel, anhand derer Architekturen in den Dienst der nationalsozialistischen Propaganda gestellt wurden. Warum gerade in München nach der ‚Machtergreifung’ durch die Nationalsozialisten der Maßstab gesetzt wurde, an dem die Verwandlung deutscher Städte in Sinnbilder der NS-Weltanschauung in den Folgejahren gemessen wurde, soll zunächst Gegenstand der Untersuchung sein.
    Die bezeichnende Leere in der Forschung zu Troost ist hier zum Anlass genommen, seine epochemachenden Projekte in München genauer zu prüfen und diese in dem Geburtsort der NS-Architektur zu analysieren. Dass Architektur von Machthabenden instrumentalisiert werden kann, ist ein gängiges Faktum. An dieser Stelle soll unter kulturgeschichtlichen Gesichtspunkten analysiert werden, wie genau oder eher mit welchen Mitteln Architektur in den Dienst der nationalsozialistischen Ideologie genommen wurde.
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