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    Textauszug aus diesem Dokument

    München/Nürnberg/Stuttgart, 29. April 2011, www.nena.de Die Stromnetzbetreiber kämpfen mit CyberAttacken, wie eine Studie vor wenigen Tagen bewiesen hat. Wie kann das Energienetz der Zukunft solche Angriffe verkraften? Nach dem Atomausstieg muss das so genannte Smart Grid zügig aufgebaut werden. Ein Schutzschild können Technologien aus dem Telekommunikationsnetz liefern.
    Anlass der Diskussion: Das SicherheitssoftwareUnternehmen McAfee http://www.mcafee.com/de/ hatte einen Bericht veröffentlicht, in dem 200 ITVerantwortliche von Konzernen befragt wurden. Über 50 Prozent gehen davon aus, dass in den nächsten zwölf Monaten einen großen Angriff auf kritische Infrastrukturen gibt zum Beispiel einen 24stündigen Stromausfall. Fast 60 Prozent der befragten deutschen Strom, Gas und Wasserversorger hatten den StuxnetVirus auf ihren Systemen, der im vorigen Jahr in iranischen Atomkraftwerken entdeckt wurde.
    Wir müssen gewährleisten, dass uns das Smart Grid nicht um die Ohren fliegt, sagt Martina Dietschmann vom Netzwerkausrüster Nash Technologies http://www.nashtech.com/. Dass sich Computerwürmer wie Stuxnet ausbreiten, liege in der Regel am internen Umgang mit Sicherheit, etwa was den Umgang mit fremden USBSticks angehe, sagt die Netzwerkspezialisten: Es ist ungefähr so, als würde ich in meiner Energiezentrale am Haupteingang jeden kontrollieren, aber die Hintertür steht den ganzen Tag für die Paketlieferanten offen.
    Eine ganz andere Liga wird das Smart Grid: Über ein offenes Netz sind Energieerzeuger und Verbraucher verbunden; zum Beispiel über intelligente Stromzähler Smart Meter. Das Netz reagiert flexibel auf die schwankende Einspeisung der Windkraftwerke und Millionen PhotovoltaikAnlagen auf den Dächern Europas. Alles muss exakt abgestimmt werden was faktisch einer Revolution gleichkommt. Denn bisher steuern die Anbieter ihre Systeme über eigene, autarke Kontrollnetze. Wie das neue Netz mit dem alten verbunden wird, ist noch nicht geklärt. Allerdings: Es wird viele Lücken geben, in die Hacker stoßen können. Das Smart Grid steht noch ganz am Anfang. Noch kann die Architektur geplant werden und die Angriffsflächen können minimiert werden, sagt Dietschmann.
    Dabei hilft der Blick aufs Telekommunikationsnetz: Millionen Menschen nutzen es jeden Tag und haben sich daran gewöhnt, dass am anderen Ende der Leitung immer jemand erreichbar ist. Genau so muss es später laufen, wenn ein Windpark mit einer Millionenstadt kommuniziert, also die vorhandene Energie und der Bedarf abgestimmt werden. Die sichere Telefonleitung beruht auf der Interoperabilität, so Dietschmann. Bedeutet: Das Telekommunikationsnetz im Grunde ein Flickenteppich zahlreicher Netze und zahlreicher Anbieter hat klare Schnittstellen, an denen die Daten übergeben werden. Diese Übergangspunkte sind geschützt. Bricht ein Netz zusammen, zieht es nicht flächendeckend alle anderen mit in den Abgrund. Auch beim Smart Grid müssen die Netze klein gekapselt werden, so Dietschmann.
    Dies sei nur ein Aspekt von vielen. Doch so weit sei die Diskussion noch nicht vorgedrungen, bemängelt die Expertin. Jeder muss sich bewusst werden, wie wichtig das Thema Sicherheit ist, und dass es gelöst werden kann, wenn man früh genug anfängt, die Zukunft sicher zu gestalten.

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