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BANANEN UND GEBETE
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Themen: spiel heilbronn stuttgart casino mord roman Kategorie: Literatur/Texte/Lyrik
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| Autor: | |
| Veröffentlicht: | Dezember 2011 |
| Art des Textes: | Roman/Epos |
| Thema: | Krimi/Thriller |
| Lizenz: | Namensnennung, nicht kommerziell, keine Bearbeitung |
Textauszug aus diesem Dokument
[TITANIA] Nach einer wahren Geschichte. Sorgfältig recherchiert, ausführlich aufbereitet und psychologisch analysiert. Nicht nur zur Erbauung, auch zur Ermahnung betroffener Personen. Seite 3
[Aus TREUFLEISCH] Nachdenkliche Vorworte Es ist immer das gleiche Spiel. Sie bekommt grosse, blaue Kuhaugen und haucht voller Sehnsucht: Er liebt mich unendlich, ich spüre es ganz genau. Auch er beteuert treuherzig und voller Stolz: Sie liebt mich über alles. Ich weiss es. Und die beiden Liebenden nehmen sich an der Hand und versichern sich ihrer Liebe immer und immer wieder. Eines Tages, der genaue Zeitpunkt ist nicht vorhersehbar, beginnt sich etwas zu verändern. Zuerst kaum bemerkt, dann immer deutlicher spürt der Eine, manchmal, wenn die Seelenverwandtschaft besonders intensiv ist, auch Beide, dass die grossen Worte besser nicht gesagt worden wären. Sie stellen fest, dass Liebesworte nichts bedeuten. Schwüre, Beteuerungen, all Seite 4
[TITANIA] die gewichtigen Worte waren wie geplatzte Seifenblasen und zurück bleibt nur die Illusion von Frischfleisch. Jetzt, genau in diesem Moment ist mein Expertenwissen gefragt. Ich bin der Spezialist, der herausfinden muss, ob die Zeit der Liebe gekommen, oder ob der Zenit bereits überschritten ist. Ich werde gefragt, ob man heilen, reparieren, restaurieren oder besser gleich abreissen und woanders mit anderen Mitspielern neu bauen soll. Manchmal muss ich solche Fragen auch mit blutrünstigen Monstern diskutieren, die ich schütteln und denen ich zurufen möchte: Es ist doch nur der ewig gleiche Lauf der Dinge. Was lernen wir daraus? Am Start sind die Hoffnungen und der Glaube an die Gemeinsamkeit unendlich. Am Schluss hat es der Gewinner immer gewusst und der Zweite ist der erste Verlierer, der nach Erklärungen und Entschuldigungen sucht und auf Rache sinnt. Seite 5
[Aus TREUFLEISCH] Ich habe diese Geschichte so geschrieben, wie sie noch in meiner Erinnerung ist. Obwohl nur wenige Monate vergangen sind, ist manches phantasievoll ausgeschmückt. Darum bitte ich meine Leserinnen und Leser um Nachsicht, wenn ich an der einen oder anderen Stelle zu sehr von dem was sich tatsächlich zugetragen hat, abgewichen bin. Dennoch, und das kann ich beschwören, entspricht Vieles der nackten, ungeschminkten Wahrheit, so schön schrecklich sie auch erscheinen mag. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn es in meiner Geschichte kleine Ähnlichkeiten mit noch lebenden oder inzwischen verstorbenen Personen gibt. Persönlichkeiten die der Zufall, die Zwänge des Lebens, oder das Kalkül, so wie im richtigen Leben, für eine kurze Zeit zusammengeführt hat. Vielleicht kommt Ihnen die eine oder andere Episode bekannt vor. Aber Sie brauchen sich nicht zu sorgen und Sie müssen mich nicht daran erinnern. Mein Kapital ist meine Seite 6
[TITANIA] Verschwiegenheit. Ich nenne keine Namen und ich schwöre Ihnen, bei allem was mir heilig ist: Alles was Ihnen bekannt vorkommt, die genannten Firmen, die Akteure, ihre Namen, die Orte und Zeiten sind frei erfunden. Falls Sie glauben, sich irgendwie wiederzuerkennen, ist es Zufall. Sie können beruhigt so weiterleben wie Sie es gewohnt sind. Aber sie sehen, auch ihre Erlebnisse sind so alltäglich, dass sie überall passieren könnten, jede Minute, jede Stunde, überall auf der Welt, schon immer und solange es Menschen gibt. Eine Frau liebt einen Mann, ein Mann liebt eine Frau, sie schwören sich Liebe und vielleicht lieben beide auch noch etwas anderes. Wenn, ja wenn die Wünsche, die Ziele und die Zufälle nicht wären. Ihr Heribert Härry Hohlberg Privatermittler und Consultant für schwierige Fälle Seite 7
[Aus TREUFLEISCH] Bananen und Gebete Sehen Sie mich an, sehe ich etwa aus wie eine Verbrecherin? Ausgerechnet an meinem Geburtstag werde ich gezwungen zwischen Verbrechern zu leben. Nicht dass ich auf die Erwähnung meines Geburtstags besonderen Wert lege. Früher vielleicht, aber heute nicht mehr. Aber was hier mit mir getan wird ist ungerecht und ich hasse Ungerechtigkeiten. Das einzige was ich mir vorwerfen kann sind kleine Sünden. Kennen Sie ein Gesetz gegen Sünden? Ich kenne keines. Titania Nadja TNT Treufleisch Sonntag, 30. Oktober 200519:48 Uhr Ich hasse die ScheißBananen. Ich könnte kotzen, wenn ich die kleinen Dinger sehe. Seite 8
[TITANIA] Die Witwe Titania Nadja Treufleisch war stinksauer und kurz davor, ihre auch in prekären Lebenslagen bewährte Kontenance zu verlieren. Wie durch einen magischen Zwang gebannt, betrachtete sie die sieben kleinen, mit vereinzelten dunklen Fleckchen gesprenkelten Scheibchen der zerschnittenen Banane. Spontan dachte sie: Gott habe ihn selig, und an ihren verblichenen Ehemann Gutfried, dem sie so viele Jahre ihres Lebens geschenkt hatte. Wie schnell doch die Zeit vergangen ist. Wo er jetzt wohl ist? Doch außer einem unüberhörbaren Grunzen bekam sie keine vernünftige Antwort auf ihre gemurmelte Frage, und hoffnungsgeschwängerte Vermutungen über seinen derzeitigen Aufenthaltsort...
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[Aus TREUFLEISCH] Nachdenkliche Vorworte Es ist immer das gleiche Spiel. Sie bekommt grosse, blaue Kuhaugen und haucht voller Sehnsucht: Er liebt mich unendlich, ich spüre es ganz genau. Auch er beteuert treuherzig und voller Stolz: Sie liebt mich über alles. Ich weiss es. Und die beiden Liebenden nehmen sich an der Hand und versichern sich ihrer Liebe immer und immer wieder. Eines Tages, der genaue Zeitpunkt ist nicht vorhersehbar, beginnt sich etwas zu verändern. Zuerst kaum bemerkt, dann immer deutlicher spürt der Eine, manchmal, wenn die Seelenverwandtschaft besonders intensiv ist, auch Beide, dass die grossen Worte besser nicht gesagt worden wären. Sie stellen fest, dass Liebesworte nichts bedeuten. Schwüre, Beteuerungen, all Seite 4
[TITANIA] die gewichtigen Worte waren wie geplatzte Seifenblasen und zurück bleibt nur die Illusion von Frischfleisch. Jetzt, genau in diesem Moment ist mein Expertenwissen gefragt. Ich bin der Spezialist, der herausfinden muss, ob die Zeit der Liebe gekommen, oder ob der Zenit bereits überschritten ist. Ich werde gefragt, ob man heilen, reparieren, restaurieren oder besser gleich abreissen und woanders mit anderen Mitspielern neu bauen soll. Manchmal muss ich solche Fragen auch mit blutrünstigen Monstern diskutieren, die ich schütteln und denen ich zurufen möchte: Es ist doch nur der ewig gleiche Lauf der Dinge. Was lernen wir daraus? Am Start sind die Hoffnungen und der Glaube an die Gemeinsamkeit unendlich. Am Schluss hat es der Gewinner immer gewusst und der Zweite ist der erste Verlierer, der nach Erklärungen und Entschuldigungen sucht und auf Rache sinnt. Seite 5
[Aus TREUFLEISCH] Ich habe diese Geschichte so geschrieben, wie sie noch in meiner Erinnerung ist. Obwohl nur wenige Monate vergangen sind, ist manches phantasievoll ausgeschmückt. Darum bitte ich meine Leserinnen und Leser um Nachsicht, wenn ich an der einen oder anderen Stelle zu sehr von dem was sich tatsächlich zugetragen hat, abgewichen bin. Dennoch, und das kann ich beschwören, entspricht Vieles der nackten, ungeschminkten Wahrheit, so schön schrecklich sie auch erscheinen mag. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn es in meiner Geschichte kleine Ähnlichkeiten mit noch lebenden oder inzwischen verstorbenen Personen gibt. Persönlichkeiten die der Zufall, die Zwänge des Lebens, oder das Kalkül, so wie im richtigen Leben, für eine kurze Zeit zusammengeführt hat. Vielleicht kommt Ihnen die eine oder andere Episode bekannt vor. Aber Sie brauchen sich nicht zu sorgen und Sie müssen mich nicht daran erinnern. Mein Kapital ist meine Seite 6
[TITANIA] Verschwiegenheit. Ich nenne keine Namen und ich schwöre Ihnen, bei allem was mir heilig ist: Alles was Ihnen bekannt vorkommt, die genannten Firmen, die Akteure, ihre Namen, die Orte und Zeiten sind frei erfunden. Falls Sie glauben, sich irgendwie wiederzuerkennen, ist es Zufall. Sie können beruhigt so weiterleben wie Sie es gewohnt sind. Aber sie sehen, auch ihre Erlebnisse sind so alltäglich, dass sie überall passieren könnten, jede Minute, jede Stunde, überall auf der Welt, schon immer und solange es Menschen gibt. Eine Frau liebt einen Mann, ein Mann liebt eine Frau, sie schwören sich Liebe und vielleicht lieben beide auch noch etwas anderes. Wenn, ja wenn die Wünsche, die Ziele und die Zufälle nicht wären. Ihr Heribert Härry Hohlberg Privatermittler und Consultant für schwierige Fälle Seite 7
[Aus TREUFLEISCH] Bananen und Gebete Sehen Sie mich an, sehe ich etwa aus wie eine Verbrecherin? Ausgerechnet an meinem Geburtstag werde ich gezwungen zwischen Verbrechern zu leben. Nicht dass ich auf die Erwähnung meines Geburtstags besonderen Wert lege. Früher vielleicht, aber heute nicht mehr. Aber was hier mit mir getan wird ist ungerecht und ich hasse Ungerechtigkeiten. Das einzige was ich mir vorwerfen kann sind kleine Sünden. Kennen Sie ein Gesetz gegen Sünden? Ich kenne keines. Titania Nadja TNT Treufleisch Sonntag, 30. Oktober 200519:48 Uhr Ich hasse die ScheißBananen. Ich könnte kotzen, wenn ich die kleinen Dinger sehe. Seite 8
[TITANIA] Die Witwe Titania Nadja Treufleisch war stinksauer und kurz davor, ihre auch in prekären Lebenslagen bewährte Kontenance zu verlieren. Wie durch einen magischen Zwang gebannt, betrachtete sie die sieben kleinen, mit vereinzelten dunklen Fleckchen gesprenkelten Scheibchen der zerschnittenen Banane. Spontan dachte sie: Gott habe ihn selig, und an ihren verblichenen Ehemann Gutfried, dem sie so viele Jahre ihres Lebens geschenkt hatte. Wie schnell doch die Zeit vergangen ist. Wo er jetzt wohl ist? Doch außer einem unüberhörbaren Grunzen bekam sie keine vernünftige Antwort auf ihre gemurmelte Frage, und hoffnungsgeschwängerte Vermutungen über seinen derzeitigen Aufenthaltsort...
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