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  • Ein Feature entstanden im Seminar "Sprache und Journalismus" an der Uni Bremen. Der Text ist außerdem im Klett-Verlag in einem Englischbuch für die Oberstufe und auf www.neon.de erschienen.

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    Textauszug aus diesem Dokument

    Feature Anglizismen von Jaisha Laduch im Seminar Sprache und Journalismus Dozent: Herr Prof. Dr. Hans Krings WiSe 07/08 Universität Bremen [...]
    Die aktuelle Debatte über Anglizismen gleicht einer Spirale, die sich zugleich nach oben und nach unten windet. Während die Befürworter jedes zweite deutsche Wort durch das englische Pendant ersetzen und zur Not ein neues erfinden, verteufeln die Gegner den Einzug der Anglizismen in den deutschen Sprachschatz.
    Englische Worte wie Action, Label, Last Minute, Talkshow, Tattoo, oder Manager werden gehyped und fließen nahezu inflationär in alle Schutzzonen der deutschen Sprache ein. Besonders Bereiche der Wirtschaft, der Werbung und der Medien bieten Unterschlupf für vermeintliche Wortmigranten aus dem englischsprachigen Ausland. Scheint der englische Begriff nicht passend oder innovativ, werden Neuschöpfungen wie Handy, Global Mail Deutsche Post und Service Point Deutsche Bahn kreiert um den Konsumenten anzulocken. Oder zu verwirren?
    Eine lächerliche Verarmung der Sprache wird beklagt und verschiedenste Initiativen betreiben verbissene Anstrengungen zur Reduktion von Anglizismen. Wird die deutsche Sprache durch zahlreiche Importe englischer Begriffe wie Airbag, Wonderbra, Human Resource Manager und die Neuschöpfung phantastischer Begriffe wie Handy ärmer? Nicht selten werden englische Begriffe zu DekoZwecken ohne Sinn und Verstand genutzt. Der Verein Deutsche Sprache behauptet, dass acht von zehn Anglizismen überflüssig sind in den meisten Fällen gäbe es schließlich ein entsprechendes deutsches Wort.
    Für fast 400 Millionen Menschen ist Englisch die Muttersprache und für bis zu einer Milliarde Menschen ist Englisch die Zweitsprache. Der Einfluss der englischen Sprache auf andere Sprachen ist unumstritten. Neben der politischen und wirtschaftlichen Dominanz der USA bildet auch die kulturelle Ebene die Grundlage für immer mehr englische Ausdrücke. Zunächst als Synonym für internationale Offenheit und Befreiung Ende des Zweiten Weltkriegs gelten Anglizismen heute für viele Menschen als Symbol für eine atemberaubende Simplifizierung und sinnfreie Verarmung des deutschen Sprachgutes.
    Feature Anglizismen von Jaisha Laduch im Seminar Sprache und Journalismus Dozent: Herr Prof. Dr. Hans Krings WiSe 07/08 Universität Bremen
    Besonders unter den MTVisierten Jugendlichen hat die Nutzung von Anglizismen im Alltag zugenommen. Anglizismen sind Trend Manager tun es den Jugendlichen gleich und probieren sich durch ihren Slang vom einfachen Sachbearbeiter abzugrenzen. Die Verwendung von Anglizismen soll den Nutzer besonders modern und eloquent erscheinen lassen.
    Zu Beginn des 18. Jahrhunderts vollzog sich eine ähnliche Entwicklung der Adel sprach Latein und der Plebs musste sich aufgrund mangelnder Möglichkeiten und mangelnder Bildung mit dem Sprechen des UnterschichtsDeutsch zufrieden geben. Durch die massive Nutzung von Anglizismen darf es nicht zu Verständigungsproblemen kommen, schließlich spricht und versteht nur knapp die Hälfte aller Deutschen englisch. Anglizismen werden nicht selten dazu genutzt, sich von anderen sozialen Gruppen, nach oben gleichermaßen wie nach unten, abzugrenzen.
    Seit dem es die deutsche Sprache gibt, unterliegt sie den unterschiedlichsten sprachlichen Einflüssen sie wimmelt nur so von Fremdwörtern. Sofa arabisch für Kamelsattel, Toilette französisch für Leinentuch, bankrott italienisch für leerer Tisch die meisten von ihnen bleiben jedoch völlig unerkannt oder sind schon längst als deutsche Wörter akzeptiert. Deutsche Übersetzungen klingen oft ungenau und holprig, oder sollen wir uns zukünftig vom Polstermöbel erheben um in der Werbepause den Abort aufzusuchen? Anglizismen sind Trend trotzdem macht sich ein Teil der Bevölkerung für eine Deutschquote und eine Zunahmen von Sprachloyalität stark. Woher kommt die Angst? Schließlich hat die deutsche Sprache den Massenimport französischer Wendungen im 18. Jahrhundert auch gut überstanden. Da wird es doch die aktuellen multikulturellen Einflüsse easy verkraften können und sich glücklich schätzen zu wissen über allerlei sprachliche Bereicherung, schließlich klingt das Deutsche verglichen mit dem Englischen oft holprig und ungenau, zudem ist rund 15 20 Prozent länger als das englische Pendant.
    Ist eine öffentliche Debatte über die negativen Aspekte einer verstärkten Nutzung von Anglizismen sinnvoll? Scheint es doch kaum noch möglich in den Siegeszug des
    Feature Anglizismen von Jaisha Laduch im Seminar Sprache und Journalismus Dozent: Herr Prof. Dr. Hans Krings WiSe 07/08 Universität Bremen Global English einzugreifen. Sprache ist und sollte lebendig und offen für Neuerungen sein. Eine Anreicherung der deutschen Sprache mit Anglizismen ist in dem Maße sinnvoll, in dem die Anglizismen einen realen Gebrauchswert für die Bevölkerung...
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