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LIEBESZEITEN Neuntes Kapitel aus meinem Internet-Roman
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Themen: buch roman bücher heilbronn stuttgart ehe Kategorie: Literatur/Texte/Lyrik
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| Autor: | |
| Veröffentlicht: | November 2011 |
| Art des Textes: | Roman/Epos |
| Thema: | Roman |
| Lizenz: | Namensnennung, nicht kommerziell, keine Bearbeitung |
Textauszug aus diesem Dokument
MIDLIFE CRISIS [Aus Sina und andere Erlebnisse] Der Geist des Mannes ist normalerweise frisch und aktiv. Das kommt nicht von ungefähr, sondern von der männlichen Fähigkeit des reflektierten Denkens. Genetisch bedingt, geht der Mann voller Tatendrang den Dingen auf den Grund. Gegen diesen Reflex kann sich der Mann nicht wehren, denn die Evolution hat es so vorgesehen. Sein aufrechtes Tun ist sein Schicksal. Der Geist der Frauen ist vollkommen anders. Er führt eine Art flatterhaftes Triebleben, bildhaft gesehen wie ein ziellos treibendes Ruderboot auf einem spiegelglatten Bergsee, kurz vor dem Einsetzen des Alpenwinds. Das muss man wissen, um von lustigen und scheinbar sanftmütigen Frauen nicht geblendet zu werden. Aktives, weibliches Verhalten, gepaart mit den üblichen, körperlichen Attributen versucht nur den fehlenden Inhalt zu überdecken, an dem sich der Geist weiterentwickeln könnte, was er aber nicht macht. Zusammenfassend kann man sagen: Bei der Beurteilung einer Frau geht es letztendlich nicht darum wie viele Tassen, sondern wie viele Schuhe sie im Schrank hat. Paul van Cre im Oktober 2010 Seite 2
MIDLIFE CRISIS [Neuntes Kapitel] Liebeszeiten Die Entstehung einer Beziehung ist unberechenbar So denken nur schlichte Gemüter. Aus dem Ereignis von Ursache und Wirkung entsteht Wirkung und Abhängigkeit. Paul van Cre Damals, in der ersten Zeit mit Sina habe ich noch an die ganz große und ewige Liebe geglaubt, an gehauchte Treueschwüre und an ehrlich gestöhntes Liebesgeflüster. Die Sünde, also Sina wurde schnell zu einer mein Leben bestimmenden Gewohnheit, die ich nicht mehr missen wollte. Ich war verliebt und ich war ihr bedingungslos treu. Aber das Gefühl des verliebten Herzschlags löste bei mir noch keine Überlegungen über die Ursachen und Folgen aus. Zwar hatte ich instinktiv und sofort geahnt, dass die junge und unverbrauchte Sina Seite 3
MIDLIFE CRISIS [Aus Sina und andere Erlebnisse] Sidonius purer Sprengstoff war, aber ich wollte trotz der Gefahren, die solche Dinge nun mal als wesentliche Eigenschaft besitzen, behutsam und dauerhaft damit umgehen. Sina hatte mir mit dem Hinweis auf äußerste Diskretion zu verstehen gegeben, dass sie glücklich und äußerst ehrsam mit einem honorigen Mann aus der besten Heilbronner Gesellschaft verheiratet und eigentlich nicht so sei, wie es vielleicht den Anschein hätte. Trotz und in aller Liebe setzte mein nüchterner Verstand nicht vollkommen aus. Aus vielerlei Gründen erschien es mir besser, wenn Sina zwar nach Bedarf verfügbar, gleichzeitig unter vorsichtigabhängiger Kontrolle, und zwar so, dass sie es nicht als solche empfand, aber sich in sicherer Entfernung vom heimischen Heilbronn aufhielt. Dieser Zustand war zwar für den Normalbürger nur schwer herzustellen, doch durch die Seite 4
MIDLIFE CRISIS [Neuntes Kapitel] langen Jahre als Unternehmer erfahren, wusste ich was zu tun war. Jetzt war mein Alter kein Nachteil mehr, sondern von Vorteil. Aber ich durfte mir nichts vormachen. Mit zunehmendem Alter sind größere, aber wohlüberlegte Investitionen um der Konkurrenzfähigkeit Willen nun mal notwendig. Hotels waren, und das ahnte ich intuitiv, für unsere Vorlieben sowohl aus Reinlichkeits wie auch aus Geräusch und eigentlich auch aus finanziellen Gründen ungeeignet. Nach wenigen Wochen war ich zu der schnellen Entscheidung gekommen, dass wieder einmal der richtige Zeitpunkt für eine steuermindernde Investition gekommen wäre. Das Appartement in der oberen Sindelfinger Innenstadt mit einer großen und nicht einsehbaren Terrasse und dem Blick über den Ort und gleichzeitig auf die ehemalige Hauswirtschaftsschule, in der brave Mädchen ehemals mit Zucht zur Ordnung angehalten Seite 5
MIDLIFE CRISIS [Aus Sina und andere Erlebnisse] wurden, das mir von einem ihm verpflichteten Stuttgarter Bauunternehmer angeboten worden war, erschien mir, um das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, für die beabsichtigten Zwecke am geeignetsten. Sina Siodonius liebte besondere Spiele und ich bewunderte ihren Einfallsreichtum, der meiner Phantasie nicht nur nahe kam, sondern ohne langes drum herum zu diskutieren, weit übertraf. Wenn sie mir mit ihrer glockenhellen Stimme ins Ohr flüsterte: Darfs ein bisschen mehr sein, war es für mich wie eine göttliche Offenbarung und das Paradies. Aber ich war nicht so einfältig, nur wegen einer Frau den Verstand und noch mehr zu verlieren. Dennoch konnte ich es nicht leugnen. Schon nach wenigen Wochen begann Sina mein Leben in ungeahntem Ausmaß zu beeinflussen. Eigentlich hätte ich es ja wissen müssen und vielleicht ahnst du es schon. Es war der Anfang einer Seite 6
MIDLIFE CRISIS [Neuntes Kapitel] zeitlich ziemlich beschränkten, einer überirdischen und unendlichen Liebe für eine ziemlich kurze Zeit. Das ist aus meiner heutigen Sicht und mit etwas Abstand betrachtet, an sich kein weltbewegendes Ereignis. Solche Dinge passieren täglich an jeder Ecke. Jeder liebt Irgendwas und irgendwie...
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MIDLIFE CRISIS [Neuntes Kapitel] Liebeszeiten Die Entstehung einer Beziehung ist unberechenbar So denken nur schlichte Gemüter. Aus dem Ereignis von Ursache und Wirkung entsteht Wirkung und Abhängigkeit. Paul van Cre Damals, in der ersten Zeit mit Sina habe ich noch an die ganz große und ewige Liebe geglaubt, an gehauchte Treueschwüre und an ehrlich gestöhntes Liebesgeflüster. Die Sünde, also Sina wurde schnell zu einer mein Leben bestimmenden Gewohnheit, die ich nicht mehr missen wollte. Ich war verliebt und ich war ihr bedingungslos treu. Aber das Gefühl des verliebten Herzschlags löste bei mir noch keine Überlegungen über die Ursachen und Folgen aus. Zwar hatte ich instinktiv und sofort geahnt, dass die junge und unverbrauchte Sina Seite 3
MIDLIFE CRISIS [Aus Sina und andere Erlebnisse] Sidonius purer Sprengstoff war, aber ich wollte trotz der Gefahren, die solche Dinge nun mal als wesentliche Eigenschaft besitzen, behutsam und dauerhaft damit umgehen. Sina hatte mir mit dem Hinweis auf äußerste Diskretion zu verstehen gegeben, dass sie glücklich und äußerst ehrsam mit einem honorigen Mann aus der besten Heilbronner Gesellschaft verheiratet und eigentlich nicht so sei, wie es vielleicht den Anschein hätte. Trotz und in aller Liebe setzte mein nüchterner Verstand nicht vollkommen aus. Aus vielerlei Gründen erschien es mir besser, wenn Sina zwar nach Bedarf verfügbar, gleichzeitig unter vorsichtigabhängiger Kontrolle, und zwar so, dass sie es nicht als solche empfand, aber sich in sicherer Entfernung vom heimischen Heilbronn aufhielt. Dieser Zustand war zwar für den Normalbürger nur schwer herzustellen, doch durch die Seite 4
MIDLIFE CRISIS [Neuntes Kapitel] langen Jahre als Unternehmer erfahren, wusste ich was zu tun war. Jetzt war mein Alter kein Nachteil mehr, sondern von Vorteil. Aber ich durfte mir nichts vormachen. Mit zunehmendem Alter sind größere, aber wohlüberlegte Investitionen um der Konkurrenzfähigkeit Willen nun mal notwendig. Hotels waren, und das ahnte ich intuitiv, für unsere Vorlieben sowohl aus Reinlichkeits wie auch aus Geräusch und eigentlich auch aus finanziellen Gründen ungeeignet. Nach wenigen Wochen war ich zu der schnellen Entscheidung gekommen, dass wieder einmal der richtige Zeitpunkt für eine steuermindernde Investition gekommen wäre. Das Appartement in der oberen Sindelfinger Innenstadt mit einer großen und nicht einsehbaren Terrasse und dem Blick über den Ort und gleichzeitig auf die ehemalige Hauswirtschaftsschule, in der brave Mädchen ehemals mit Zucht zur Ordnung angehalten Seite 5
MIDLIFE CRISIS [Aus Sina und andere Erlebnisse] wurden, das mir von einem ihm verpflichteten Stuttgarter Bauunternehmer angeboten worden war, erschien mir, um das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, für die beabsichtigten Zwecke am geeignetsten. Sina Siodonius liebte besondere Spiele und ich bewunderte ihren Einfallsreichtum, der meiner Phantasie nicht nur nahe kam, sondern ohne langes drum herum zu diskutieren, weit übertraf. Wenn sie mir mit ihrer glockenhellen Stimme ins Ohr flüsterte: Darfs ein bisschen mehr sein, war es für mich wie eine göttliche Offenbarung und das Paradies. Aber ich war nicht so einfältig, nur wegen einer Frau den Verstand und noch mehr zu verlieren. Dennoch konnte ich es nicht leugnen. Schon nach wenigen Wochen begann Sina mein Leben in ungeahntem Ausmaß zu beeinflussen. Eigentlich hätte ich es ja wissen müssen und vielleicht ahnst du es schon. Es war der Anfang einer Seite 6
MIDLIFE CRISIS [Neuntes Kapitel] zeitlich ziemlich beschränkten, einer überirdischen und unendlichen Liebe für eine ziemlich kurze Zeit. Das ist aus meiner heutigen Sicht und mit etwas Abstand betrachtet, an sich kein weltbewegendes Ereignis. Solche Dinge passieren täglich an jeder Ecke. Jeder liebt Irgendwas und irgendwie...
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