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    Textauszug aus diesem Dokument

    [Achtes Kapitel Wurstkarriere] Nach einer wahren Geschichte. Sorgfältig recherchiert, ausführlich aufbereitet und psychologisch analysiert. Nicht nur zur Erbauung, auch zur Ermahnung betroffener Personen. Seite 3
    [Aus meinem Roman TREUFLEISCH] Wurstkarriere Die Ursache des Handelns entsteht aus einem inneren Konflikt von Bedürfnissen und Wünschen, und aus einem äußeren Gegensatz von reagieren müssen. Dazu kommt ein Tun, das mit einem verdienen wollen einhergeht. Gesamtheitlich betrachtet kann man sagen, dass innere und äußere Konflikte nur aus falschem Denken entstehen. Diese oft schwere Erkenntnisphase muss man durchleben können, um zu überleben. Du möchtest meine Entdeckung etwas verständlicher erklärt bekommen? Die Formel lautet dann: Um erfolgreich zu sein, musst du Verluste erleiden und das Gegebene akzeptieren können. Paul van Cre 1970 Mit den verinnerlichten Sätzen die Chefs gern hören, und der Chuzpe des FastVerhungerten gelang es Paul, Gutfried Treufleischs misstrauische Fragen zur Seite 4
    [Achtes Kapitel Wurstkarriere] Zufriedenheit zu beantworten und die Stelle des Aussendienstmitarbeiters zur besonderen Verwendung und für spezielle Sonderaufgaben mit der Chance einer gelegentlichen Vergütung nach Leistung und Erfolg zu ergattern. Überaus dienstbeflissen überstand Paul van Cre die obligatorische Zeit der Probe und Bewährung, denn er legte sich ins Zeug, wann immer Gutfried Treufleisch in der Nähe war, so wie es ihm Titania und auch Marlies geraten hatten, die aber von der Duplizität ihrer guten Ratschläge nichts wussten, weil sie sich nicht kannten. Dazu und weil ihm nichts anderes übrig blieb, leistete Paul auch gern und ohne zu murren unbezahlte Überstunden, mit den im richtigen Augenblick gut hörbaren Bemerkungen: Ich hinterlasse so ungern einen unaufgeräumten Schreibtisch, oder was du heute kannst besorgen, das besorge auch nicht morgen. Seite 5
    [Aus meinem Roman TREUFLEISCH] Gutfried Treufleisch war ob des Engagements des Neuen beruhigt und gewiss, dass ihn sein untrüglicher Instinkt für selbstlos arbeitenden Menschen und fleißigen Mitarbeitern wieder einmal nicht getäuscht hatte. Anfangs kaum beachtet, aber dann sehr hilfreich für Paul van Cres Karriere in der Fleischwurst und Suppenwürfelbranche erwies sich ein winziges Detail. Zuerst eher zufällig, dann strategisch forciert war es ihm gelungen, die Aufmerksamkeit der von ihm als TeilzeitSchnecken bezeichneten BüroMitarbeiterinnen, auf den kleinen Finger seiner linken Hand zu lenken. Daran steckte ein ungewöhnlich geformter, massiv goldener Siegelring mit einer markant stilisierten Lilie. Der wertvolle Ring war ein spontan und nostalgisch motiviertes Geschenk einer inzwischen gutsituiert verheirateten Dame, die aus bestimmten Gründen als Schenkerin nicht erwähnt werden wollte. Da Paul van Cre zum Schenkungszeitpunkt mangels Seite 6
    [Achtes Kapitel Wurstkarriere] kräftezehrender Erwerbstätigkeit und anderer Gelegenheiten, rein gefühlsmässig seine ehemalige und hochschwangere Ausbilderin Marlies vorgezogen hätte, aber in Ermangelung derselben überraschend gut konditioniert war, und die aus Diskretionsgründen ungenannte Schenkerin von ihrem Ehemann aufgrund ihres Dilemmas, sie war Mutter geworden und darum für ihren Ehemann nur noch bedingt von Interesse, sexuell vernachlässigt war, hatte sie das tiefe innere Bedürfnis verspürt, Paul als Dank für seine Leistungen gebührend zu beschenken, und einen seiner sensiblen Finger, stellvertretend für die anderen zu schmücken. Als Paul erstmalig auf den ungewöhnlichen Schmuck angesprochen wurde, bekam der junge Aussendienstmitarbeiter zur besonderen Verwendung, vor Verlegenheit einen roten Kopf. Stotternd flüchtete er sich in unglaubwürdige Ausreden, die aber von der für das Seite 7
    [Aus meinem Roman TREUFLEISCH] Büroteam verantwortlichen mittelalten Mitarbeiterin in der Personalabteilung der Treufleisch GmbH vollkommen falsch, und zwar als vornehme Zurückhaltung des fleißigen und gutaussehenden Herrn van Cre interpretiert wurde. Um die Gerüchte in die richtige Richtung und um von der grosszügigen Gönnerin möglichst weiträumig wegzulenken, kolportierte Titania, der die Tuscheleien nicht verborgen geblieben waren, unter dem Versprechen der strengsten Verschwiegenheit nicht nur der Chefsekretärin ihres Mannes, dass sie aus zuverlässiger Quelle wisse und da sie sich für Schmuck in jeder Form, aber für Wappen besonders interessiere, dass der neue Mitarbeiter den Siegelring von einem seiner Vorfahren als letztem Spross derer von van Cre ererbt habe. Dieses bald im ganzen Unternehmen kursierende Gerücht war für Paul van Cres Karriere äusserst förderlich, denn Titania fühlte sich ihrer Jugendliebe verbunden und gefühlsmässig verpflichtet. Seite 8
    [Achtes Kapitel Wurstkarriere] Vollständig aus der Luft gegriffen waren die Gerüchte nicht, denn mit etwas Phantasie und grosszügiger Auslegung der Umstände konnte man...
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