Lade Dokument...

Kommentare zu diesem Dokument

Es wurden noch keine Kommentare abgegeben. Sei der Erste, der dieses Dokument kommentiert

    Textauszug aus diesem Dokument

    1888 verpachtete der Sultan von Sansibar Daressalam zusammen mit der gesamten Küste des heutigen Tansania an die DeutschOstafrikanische Gesellschaft, 1890 verkaufte der Sultan Stadt und Küste. Im selben Jahr hatte sich die Kolonialverwaltung im kleinen Küstenort Bagamoyo eingerichtet, doch dann wurde das rund 60 Kilometer weiter südlich gelegene Daressalam wegen seines Naturhafens für die Deutschen interessanter. Nur ein Jahr später, 1891, bezog die Deutsche Kolonialverwaltung in Daressalam ihren Sitz.   Einen groben Überblick über die Stadt hat man schnell: die Altstadt am natürlichen Hafen der wie ein See sich ausbuchtet, durch eine schmale Einfahrt mit dem Ozean im Osten verbunden, zieht sie sich am Meer entlang, breitet sich aus ins flache Binnenland. Im Norden die schöne große Bucht, die durch die Halbinsel gebildet wird, auf der wir wohnen, im Süden, gegenüber dem Hafen geht sie mit einfachen Häusern weiter.
    Entfernter vom Zentrum nehmen afrikanische Behausungen und Armenviertel zu, verschwinden im Staub auf der Straße nach Bagamojo. Es gibt ein paar große Hauptverkehrsstraßen, die HaileSelassieRoad von Süd nach Nord, die AliHassanMwinyiRoad biegt von ihr ab, führt zu uns und um die Halbinsel herum. Neben der Altstadt und um sie herum das indische Viertel, große Wohnblocks, ein paar
    Hochhäuser, moderne Banken, Diplomatenbauten. Es gibt Moscheen, Kirchen und indische Tempel in schöner Eintracht nebeneinander. Tansania hat eine friedfertige Tradition, auch der Religionen. Dar es Salaam heißt zu recht, \\\"Haus des Friedens\\\", auch wenn der Name älter ist.   Der erste Eindruck ist: hier könnte es uns gefallen. Obwohl es im Vergleich zu Südamerika sehr unterentwickelt wirkt die Straßen Loch an Loch, an den Rändern außerhalb des Zentrums oft Müllhalden, wenige Autos, die meisten laufen zu Fuß, manche fahren Fahrrad. Viele Frauen sieht man in den traditionellen Wickelröcken, den Kangas, Badelatschen an den Füßen, riesigen Plastikschüsseln auf dem Kopf, einige Frauen verschleiert. Für afrikanische Verhältnisse ist Dar es Salaam eine saubere Stadt, sagt man uns. Der Hafen sieht bei Ebbe verdreckt und moddrig aus und an den schönen Stränden ist das Wasser ganz flach. Die Strandpromenade aus Sand und Gestrüpp mit den Ziegen, die im Müll nach Fressbarem suchen  ist recht exotisch. Trotzdem ist es sehr schön anzusehen, besonders weiter draußen, wo das Wasser hellgrün ist, Fischboote mit Dreieckssegeln und Inseln zu sehen sind.   Der Fremdenführer sagt: Die Straßen von Dar es Salaam können belebt, heiß und staubig sein, aber wer das Getümmel überwindet wird belohnt\\\". Das ist wahr. Das Nationalmuseum im alten Teil der Stadt besitzt Kopien der 3,5 Mio Jahre alten Fußspuren und Hominidenschädel aus Tansanias OlduvaiSchlucht.
    Gesamtes Dokument lesen »