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    Textauszug aus diesem Dokument

    MIDLIFE CRISIS [Aus Sina und andere Erlebnisse] Der Geist des Mannes ist normalerweise frisch und aktiv. Das kommt nicht von ungefähr, sondern von der männlichen Fähigkeit des reflektierten Denkens. Genetisch bedingt, geht der Mann voller Tatendrang den Dingen auf den Grund. Gegen diesen Reflex kann sich der Mann nicht wehren, denn die Evolution hat es so vorgesehen. Sein aufrechtes Tun ist sein Schicksal. Der Geist der Frauen ist vollkommen anders. Er führt eine Art flatterhaftes Triebleben, bildhaft gesehen wie ein ziellos treibendes Ruderboot auf einem spiegelglatten Bergsee, kurz vor dem Einsetzen des Alpenwinds. Das muss man wissen, um von lustigen und scheinbar sanftmütigen Frauen nicht geblendet zu werden. Aktives, weibliches Verhalten, gepaart mit den üblichen, körperlichen Attributen versucht nur den fehlenden Inhalt zu überdecken, an dem sich der Geist weiterentwickeln könnte, was er aber nicht macht. Zusammenfassend kann man sagen: Bei der Beurteilung einer Frau geht es letztendlich nicht darum wie viele Tassen, sondern wie viele Schuhe sie im Schrank hat. Paul van Cre im Oktober 2010 Seite 2
    MIDLIFE CRISIS [Fünftes Kapitel] Liebesfragen Liebe soll kompliziert sein? Das ist ein Irrtum. Liebe ist ganz einfach. Stell dir Liebe wie etwas Beliebiges, zum Beispiel Strumpfhosen aus dem Supermarkt vor. Du bekommst immer nur die Qualität die du verdienst. Oder anders ausgedrückt: Liebe ist das was du bezahlen kannst.Sina Petra Sidonius Wie du weißt, warmir meine gesetzlich angetraute Frau schon seit langer Zeit ziemlich gleichgültig. Trotz ihrer markanten Tätowierung auf ihrem in den Jahren ausladen gewordenen Gesäß war das Zusammenleben mit ihr nur noch eine banale Gewohnheit, wie ein durchgesessener CordSessel aus den 70ern, den man zwar vor Jahren, als er noch neu und beneidenswert exklusiv gewesen, Seite 3
    MIDLIFE CRISIS [Aus Sina und andere Erlebnisse] begehrenswert gefunden hatte, aber in den vielen Jahren der Nutzung zu einem bequemen und etwas ausgeleierten Gebrauchsgegenstand geworden war. Sina war kein durchgesessener Alltagssessel, um bei meinem bildhaften Vergleich zu bleiben. Das war ein heißer Feuerstuhl. Instinktiv und sofort spürte ich, dass die junge und unverbrauchte Sina Sidonius pures Nitroglyzerin war mit dem ich trotz der Gefahren, die solchen Dinge nun mal als wesentliche Eigenschaft besitzen, zwar behutsam, aber doch ausgiebig umzugehen gedachte. Zu meiner Verteidigung muss ich dir gestehen, dass in diesen Minuten mein Mut nicht so groß war, wie ich ihn hier blumigen Worten umschreibe. Ich wollte siegen, das war mein Vorsatz, aber ich hatte meine kleinlichen Ängste und viele Zweifel waren auch da. Ganz im Vertrauen und unter uns sage ich es dir jetzt, und bitte erzähl es nicht weiter. Es gab Momente in denen ich mutlos und mit einer Seite 4
    MIDLIFE CRISIS [Fünftes Kapitel] gemurmelten Entschuldigung meinen goldenen Ehering wieder auf meinen Finger stecken und die Flucht ergreifen wollte. Zweifelsfrei stand ich vor einer schwierigen Herausforderung, der sich jeder Feldherr vor der Schlacht stellen muss. Zwar ahnte ich, dass ich die bebende Festung erobern konnte. Meine Voraussetzungen waren nicht die schlechtesten. Ich besaß die monetären Mittel und den unumstößlichen Willen in einem schwankenden Prozess von Tun und wir dürfen es nicht tun. Aber sie lud mich mit offenen Schenkeln ein. Was hättest du an meiner Stelle getan? Hättest du gekniffen und weinerlich den Rückzug angetreten? Die Menschen fliegen zum Mond und wagen den Schritt ins Universum. Der Mars ist nur noch ein Katzensprung entfernt, und mutige Männer erkunden die letzten Winkel der Erde. Und ich hätte kneifen sollen? Das wären Verbrechen an der Menschlichkeit und ein Eingriff in Seite 5
    MIDLIFE CRISIS [Aus Sina und andere Erlebnisse] die Evolution. Aber konnte ich sie auch dauerhaft beherrschen? Jeder Feldherr weiß, dass eine Besitznahme die nicht zur vollständigen Beherrschung führt, nur ein Pyrrhussieg ist. Besaß ich die Kraft, sie mir untertan zu machen? Ein junges Wildpferd zuzureiten ist ja keine einfache Sache, hab ich mal gehört. Würde ich es schaffen, im Getümmel mit der ungestümen Jugend im Sattel zu bleiben? Immerhin war sie deutlich erkennbar und ziemlich jünger, und die Sitten und Gebräuche hatten sich in den letzten Jahrzehnten verändert, missionarsstellungsmäßig gesehen. Es gab noch viele Fragen, auf die ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Antwort wusste. Für mich sehr belastend waren auch eher komplexe Ungewissheiten. Sehe ich noch so attraktiv aus, dass ich auch ohne Unterhosen noch gut aussehe?, oder bin ich nicht zu alt, Seite 6
    MIDLIFE CRISIS [Fünftes Kapitel] für so ein junges Ding? Und auch eine andere Frage stand noch unbeantwortet im mentalen Raum: Werden meine Kumpels auch beeindruckt sein, wenn ich sie vorzeige, was ich ja tun muss, wenn ich sie bekomme? Auch meine Frage an meine potenzielle Leistungs und dauerhafte Zuverlässigkeit...
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