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    Textauszug aus diesem Dokument

    MIDLIFE CRISIS [Aus Sina und andere Erlebnisse] Der Geist des Mannes ist normalerweise frisch und aktiv. Das kommt nicht von ungefähr, sondern von der männlichen Fähigkeit des reflektierten Denkens. Genetisch bedingt, geht der Mann voller Tatendrang den Dingen auf den Grund. Gegen diesen Reflex kann sich der Mann nicht wehren, denn die Evolution hat es so vorgesehen. Sein aufrechtes Tun ist sein Schicksal. Der Geist der Frauen ist vollkommen anders. Er führt eine Art flatterhaftes Triebleben, bildhaft gesehen wie ein ziellos treibendes Ruderboot auf einem spiegelglatten Bergsee, kurz vor dem Einsetzen des Alpenwinds. Das muss man wissen, um von lustigen und scheinbar sanftmütigen Frauen nicht geblendet zu werden. Aktives, weibliches Verhalten, gepaart mit den üblichen, körperlichen Attributen versucht nur den fehlenden Inhalt zu überdecken, an dem sich der Geist weiterentwickeln könnte, was er aber nicht macht. Zusammenfassend kann man sagen: Bei der Beurteilung einer Frau geht es letztendlich nicht darum wie viele Tassen, sondern wie viele Schuhe sie im Schrank hat. Paul van Cre im Oktober 2010 Seite 2
    MIDLIFE CRISIS [Viertes Kapitel] Wartezeiten Die Beschäftigung mit der Phantasie ist etwas Wunderbares. Es ist wie genialer Sex mit einer Unbekannten. Sie führt dich durch virtuelle Räume und du kannst Wünsche äußeren, die du nicht auszusprechen wagst. Mit Phantasie kannst du die Welt verändern und immer wieder anders erleben. Die Phantasie hat nur einen Fehler sie ist eine Schlampe. Manchmal verbündet sie sich mit der Erinnerung. Die Erinnerung kannst du nicht beeinflussen. Sie tut was sie will. Sie gräbt die Leiche aus, dann wenn du es nicht erwartest, spielt die Phantasie mit ihr. Nicht nur ich, wir sind dem Höllenteam hilflos ausgeliefert. Paul van Cre Wie es im Leben so ist, man muss nur warten können. Alles was geschieht, geschieht, weil es zu einem vorbestimmten Zeitpunkt so und nicht anders geschehen soll. Arglos stieg ich aus dem Zug, und mit diesem kleinen Schritt, der ein großer Schritt für mein zukünftiges Leben Seite 3
    MIDLIFE CRISIS [Aus Sina und andere Erlebnisse] sein sollte, beginnt der zweite Teil oder das vierte Kapitel meiner Geschichte. Nüchtern, mit leichten Kopfschmerzen und an einem regengrauen Dienstag setzte ich vor meinem linken den rechten Fuß auf den Bahnsteig des Bahnhofs einer süddeutschen Stadt am Neckar, die aus für mich unerfindlichen Gründen ein sexuell verstörtes Käthchen zu einer Art Maskottchen erhoben hat. Der Grund meines Ausstiegs war eine an eine Freifahrkarte gebundene, berufliche Aktivität, weil es nicht zu meinen Gewohnheiten gehört, mich planlos von Bussen und Bahnen in graue Städte kutschieren zu lassen. Ich sollte meine Meinung zu einem technischfachlichen Thema, anlässlich einer kleinen Veranstaltung vortragen und ich war gewillt es zu tun, denn es war ein gut bezahlter Auftrag für wenig körperliche Arbeit. An das Thema meines Vortrags kann ich mich nicht mehr erinnern und mit Einzelheiten meiner üblichen Seite 4
    MIDLIFE CRISIS [Viertes Kapitel] Ausführungen möchte ich dich nicht langweilen. Ich kann mich aber noch sehr gut daran erinnern, dass ich irgendwann zwischen den mehr oder weniger schläfrigen und geistig abwesenden Teilnehmern des Seminars, kluge blaugraue, mich gebannt ansehende Augen wahrgenommen habe. Ich konnte meinem Schicksal nicht entrinnen, und die Liebe auf den sprichwörtlichen ersten Blick traf mich vollkommen unerwartet. Alles begann mit der langsame Verengung meines Blickfelds und der gleichzeitigen Ausblendung der Statisten. Mitten in der Menge der teilnahmslos dösenden Körper saß sie, mit einer Ausstrahlung die mich aus der Fassung brachte. Endlich war sie da. Sie auf die ich so lange und sehnsüchtig gewartet hatte, und sie begann mit ihrer Präsenz den Raum zu füllen. Ich bin kein sehr gläubiger Mensch, aber ich weiß, dass meine gedankliche Erektion falsch, aber ein vom Seite 5
    MIDLIFE CRISIS [Aus Sina und andere Erlebnisse] reinen Herzen kommendes Gott sei Dank in diesem sensitivspirituellen Moment angebracht gewesen wäre. Nach den langen Jahren der Einsam und orgiastischen Enthaltsamkeit, verspürte ich zum ersten Mal den gerechten Willen der Götter, die behutsam und doch wohldurchdacht die Geschicke des guten Menschen leiten. In ihrem unergründlichen Wollen hatten sie beschlossen, mich aus meinem Jammertal herauszuführen und meine durch seelische Vergewaltigung erzwungene Treue zu belohnen. Welcher Gott der Wohltäter war, weiß ich nicht, aber ich nehmen mit gutem Gewissen an, dass er männlich und eine gewisse Sympathie für mich empfunden hat, denn er hatte mir in seinem unergründlichen Wollen die Schönste der Nutzbaren und die Zweckdienlichste für meine kleinen Bedürfnisse geschickt. Ich spürte es sofort. Sie war da, die inspirierende Engelin, die mein trostloses Leben aufpoppen sollte. Die den Auftrag hatte, mich sanft Seite 6
    MIDLIFE CRISIS [Viertes Kapitel] ...
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