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ROTE PUMPS Dreizehntes Kapitel aus dem Internet-Roman "Midlife Crisis"
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Themen: buch roman bücher heilbronn stuttgart ehe Kategorie: Literatur/Texte/Lyrik
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| Autor: | |
| Veröffentlicht: | November 2011 |
| Art des Textes: | Roman/Epos |
| Thema: | Roman |
| Lizenz: | Namensnennung, nicht kommerziell, keine Bearbeitung |
Textauszug aus diesem Dokument
MIDLIFE CRISIS [Aus Sina und andere Erlebnisse] Der Geist des Mannes ist normalerweise frisch und aktiv. Das kommt nicht von ungefähr, sondern von der männlichen Fähigkeit des reflektierten Denkens. Genetisch bedingt, geht der Mann voller Tatendrang den Dingen auf den Grund. Gegen diesen Reflex kann sich der Mann nicht wehren, denn die Evolution hat es so vorgesehen. Sein aufrechtes Tun ist sein Schicksal. Der Geist der Frauen ist vollkommen anders. Er führt eine Art flatterhaftes Triebleben, bildhaft gesehen wie ein ziellos treibendes Ruderboot auf einem spiegelglatten Bergsee, kurz vor dem Einsetzen des Alpenwinds. Das muss man wissen, um von lustigen und scheinbar sanftmütigen Frauen nicht geblendet zu werden. Aktives, weibliches Verhalten, gepaart mit den üblichen, körperlichen Attributen versucht nur den fehlenden Inhalt zu überdecken, an dem sich der Geist weiterentwickeln könnte, was er aber nicht macht. Zusammenfassend kann man sagen: Bei der Beurteilung einer Frau geht es letztendlich nicht darum wie viele Tassen, sondern wie viele Schuhe sie im Schrank hat. Paul van Cre im Oktober 2010 Seite 2
MIDLIFE CRISIS [Dreizehntes Kapitel] Rote Pumps Ich weiss wirklich nicht, ob Böses mit Bösem zu vergelten richtig oder falsch ist? Ich kann es nicht wissen, weil ich nicht objektiv zwischen Gut und Böse unterscheiden kann. Aber wer kann das schon? Sina Sidonius am 27. Oktober 2005 Nietzsche hatte wieder mal recht. Man muss einem Hund nur das Fell streicheln, sofort wedelt er mit dem Schwanz, und sein Fell knistert und sprüht Funken. Die besonderen Ereignisse hatten sich irgendwie schon angekündigt. Es waren nicht die Vorboten eines gewaltigen Naturereignisses wie beispielsweise die Beben bei einem anstehenden Vulkanausbruch, bei dem es zu riesigen Rauchwolken kommt, bevor rote Lava fließt und glühende Steine vom Himmel regnen. Im Gegenteil, der Tag Seite 3
MIDLIFE CRISIS [Aus Sina und andere Erlebnisse] begann gut. Meine Pulsfrequenz war etwas höher als sonst, was aber keinen Anlass zur Besorgnis bot. Susanne hatte den liebenswerten Drang verspürt, die Küche auf Vorderfrau zu bringen, was sie immer sehr gewissenhaft und ohne mich zu stören tat, und ich hörte das leise Klappern der Gerätschaften und ihre Schritte mit den von mir immer gern gesehenen Stöckel auf den weißen Fliesen. Draußen schien die Sonne in einem samtweichen, milchigen Licht durch die besonders farbenprächtig erscheinenden Herbstblätter der noch vor Kraft strotzenden Bäume. Am Tag zuvor waren im Briefkasten keine Mahnungen gewesen, sondern ein Scheck mit einer beträchtlichen Summe als verdienter Lohn für eine gute Arbeit. Am frühen Morgen musste ich zu meiner größten Überraschung erfahren, dass der Scheck auch noch gedeckt war, und der Filialleiter meiner Bank hatte sich gemüßigt gesehen, hinter seinem schusssicheren Panzerglas Seite 4
MIDLIFE CRISIS [Dreizehntes Kapitel] hervorzukommen, um mir mit einem jovialen Lächeln die Hand zu schütteln. Dann las ich auch noch, dass eine renommierte Fachzeitschrift einen längeren Artikel von mir veröffentlicht hatte und die Leserbriefe waren überwiegend positiv, was auf weitere Aufträge hoffen ließ. Es war ein schöner Vormittag. Dann, ohne Vorwarnung geschah etwas womit ich niemals gerechnet hätte. Ein sensationelles und unvergessliches Ereignis. Das Telefon begann zu klingeln. Nun weiß ich, dass heutzutage Telefone nicht mehr klingeln, sondern computerisierte Geräusche erzeugen. Für dich ist so ein Vorgang nichts Besonderes. Das Telefon signalisiert jeden Tag unzählige Male unzähligen Menschen, dass irgendjemand eine Reaktion erwartet. Für mich ist ein Telefonsignal normalerweise auch nichts weiter erwähnenswert, aber diesmal war der Ton anders. Er war verlockend, etwas zeitverzögernd, eine Nuance leiser als Seite 5
MIDLIFE CRISIS [Aus Sina und andere Erlebnisse] sonst, fast demütig bittend, zaghaft wimmernd und doch bestimmend. Ich hatte es sofort gespürt und darum nicht sofort zugegriffen. Drei, vier, nein fünfmal ließ ich diesen besonderen Ton auf mich wirken. Ich sah die jungen Triebe an den Bäumen vor meinem Fenster, die Vögel zwitscherten ihre Lieder im sich lichtenden Geäst, und dann nahm ich den sich samtweich anfühlenden Hörer von der Gabel. Alles war wieder da, ohne lange Anlaufzeit, die volle Dröhnung. Sie war nach monatelanger Sendepause am anderen Ende der frisch verlegten Glasfaserleitung. Schatz, ich wollte dich mal anrufen, wie geht es dir? war das leise gesprochene eine bedingungsloshingebungsvolle Sehnsucht spürte ich sofort aus der Stimme heraus Eröffnungsgambit und trotz meiner sprichwörtlichen Nervenstärke fiel mir fast der Hörer aus der schweißnassen Hand. Seite 6
MIDLIFE CRISIS [Dreizehntes Kapitel] Hi Babe, lange nichts von dir gehört war meine zärtlich gehauchte Antwort. Der Telefonhörer begann in meiner Hand leicht und angenehm zu vibrieren. Er war warm und ich spürte die aufsteigende Stärke,...
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MIDLIFE CRISIS [Dreizehntes Kapitel] Rote Pumps Ich weiss wirklich nicht, ob Böses mit Bösem zu vergelten richtig oder falsch ist? Ich kann es nicht wissen, weil ich nicht objektiv zwischen Gut und Böse unterscheiden kann. Aber wer kann das schon? Sina Sidonius am 27. Oktober 2005 Nietzsche hatte wieder mal recht. Man muss einem Hund nur das Fell streicheln, sofort wedelt er mit dem Schwanz, und sein Fell knistert und sprüht Funken. Die besonderen Ereignisse hatten sich irgendwie schon angekündigt. Es waren nicht die Vorboten eines gewaltigen Naturereignisses wie beispielsweise die Beben bei einem anstehenden Vulkanausbruch, bei dem es zu riesigen Rauchwolken kommt, bevor rote Lava fließt und glühende Steine vom Himmel regnen. Im Gegenteil, der Tag Seite 3
MIDLIFE CRISIS [Aus Sina und andere Erlebnisse] begann gut. Meine Pulsfrequenz war etwas höher als sonst, was aber keinen Anlass zur Besorgnis bot. Susanne hatte den liebenswerten Drang verspürt, die Küche auf Vorderfrau zu bringen, was sie immer sehr gewissenhaft und ohne mich zu stören tat, und ich hörte das leise Klappern der Gerätschaften und ihre Schritte mit den von mir immer gern gesehenen Stöckel auf den weißen Fliesen. Draußen schien die Sonne in einem samtweichen, milchigen Licht durch die besonders farbenprächtig erscheinenden Herbstblätter der noch vor Kraft strotzenden Bäume. Am Tag zuvor waren im Briefkasten keine Mahnungen gewesen, sondern ein Scheck mit einer beträchtlichen Summe als verdienter Lohn für eine gute Arbeit. Am frühen Morgen musste ich zu meiner größten Überraschung erfahren, dass der Scheck auch noch gedeckt war, und der Filialleiter meiner Bank hatte sich gemüßigt gesehen, hinter seinem schusssicheren Panzerglas Seite 4
MIDLIFE CRISIS [Dreizehntes Kapitel] hervorzukommen, um mir mit einem jovialen Lächeln die Hand zu schütteln. Dann las ich auch noch, dass eine renommierte Fachzeitschrift einen längeren Artikel von mir veröffentlicht hatte und die Leserbriefe waren überwiegend positiv, was auf weitere Aufträge hoffen ließ. Es war ein schöner Vormittag. Dann, ohne Vorwarnung geschah etwas womit ich niemals gerechnet hätte. Ein sensationelles und unvergessliches Ereignis. Das Telefon begann zu klingeln. Nun weiß ich, dass heutzutage Telefone nicht mehr klingeln, sondern computerisierte Geräusche erzeugen. Für dich ist so ein Vorgang nichts Besonderes. Das Telefon signalisiert jeden Tag unzählige Male unzähligen Menschen, dass irgendjemand eine Reaktion erwartet. Für mich ist ein Telefonsignal normalerweise auch nichts weiter erwähnenswert, aber diesmal war der Ton anders. Er war verlockend, etwas zeitverzögernd, eine Nuance leiser als Seite 5
MIDLIFE CRISIS [Aus Sina und andere Erlebnisse] sonst, fast demütig bittend, zaghaft wimmernd und doch bestimmend. Ich hatte es sofort gespürt und darum nicht sofort zugegriffen. Drei, vier, nein fünfmal ließ ich diesen besonderen Ton auf mich wirken. Ich sah die jungen Triebe an den Bäumen vor meinem Fenster, die Vögel zwitscherten ihre Lieder im sich lichtenden Geäst, und dann nahm ich den sich samtweich anfühlenden Hörer von der Gabel. Alles war wieder da, ohne lange Anlaufzeit, die volle Dröhnung. Sie war nach monatelanger Sendepause am anderen Ende der frisch verlegten Glasfaserleitung. Schatz, ich wollte dich mal anrufen, wie geht es dir? war das leise gesprochene eine bedingungsloshingebungsvolle Sehnsucht spürte ich sofort aus der Stimme heraus Eröffnungsgambit und trotz meiner sprichwörtlichen Nervenstärke fiel mir fast der Hörer aus der schweißnassen Hand. Seite 6
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