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    Textauszug aus diesem Dokument

    MIDLIFE CRISIS [Aus Sina und andere Erlebnisse] Der Geist des Mannes ist normalerweise frisch und aktiv. Das kommt nicht von ungefähr, sondern von der männlichen Fähigkeit des reflektierten Denkens. Genetisch bedingt, geht der Mann voller Tatendrang den Dingen auf den Grund. Gegen diesen Reflex kann sich der Mann nicht wehren, denn die Evolution hat es so vorgesehen. Sein aufrechtes Tun ist sein Schicksal. Der Geist der Frauen ist vollkommen anders. Er führt eine Art flatterhaftes Triebleben, bildhaft gesehen wie ein ziellos treibendes Ruderboot auf einem spiegelglatten Bergsee, kurz vor dem Einsetzen des Alpenwinds. Das muss man wissen, um von lustigen und scheinbar sanftmütigen Frauen nicht geblendet zu werden. Aktives, weibliches Verhalten, gepaart mit den üblichen, körperlichen Attributen versucht nur den fehlenden Inhalt zu überdecken, an dem sich der Geist weiterentwickeln könnte, was er aber nicht macht. Zusammenfassend kann man sagen: Bei der Beurteilung einer Frau geht es letztendlich nicht darum wie viele Tassen, sondern wie viele Schuhe sie im Schrank hat. Paul van Cre im Oktober 2010 Seite 2
    MIDLIFE CRISIS [Elftes Kapitel] Rettungsversuche Aufhören wirst du zu fürchten, wenn du aufhörst zu hoffen, denn der Hoffnung folgt die Angst. Beides ist das Merkmal eines abhängigen, in Erwartung der Zukunft beunruhigten Gemütes. Das liegt hauptsächlich daran, dass wir uns nicht auf die Gegenwart einstellen, sondern die Gedanken in weite Ferne vorauseilen lassen. Die Erinnerung bringt die Qual der Angst zurück, die Voraussicht nimmt sie vorweg; niemand ist nur wegen der Gegenwart unglücklich Seneca, 5.Brief Während der stressreichen Monate, in denen ich alles mir mögliche und auch die Versuche unternahm, Unmögliches möglich zu machen, nur um meine geleibte Ehefrau zu besänftigen und um unsere Ehe zu retten, hatte ich naturgemäß wenig Zeit für Sina, und noch weniger liquide Mittel. Zwar bestand noch Hoffnung auf einen Seite 3
    MIDLIFE CRISIS [Aus Sina und andere Erlebnisse] guten Ausgang, aber letztendlich befand mich in einer vergleichbaren Situation wie Varus in der Schlacht im düsteren Wald mit beiden Beinen im Morast steckend. In meiner bedingungslosen Kapitulationserklärung waren weder kuschelige Plätzchen und noch weniger Kapital für zwei Frauen vorgesehen. Ich konnte sie beim Versöhnungssex drehen und wenden wie ich wollte. Es war vorbei und meine ehelichen Annehmlichkeiten gegessen. Zu viele gut getarnte Feinde im dichten Gestrüpp der Absichten und Ziele verhinderten meinen Durchblick. Dieser Zustand ist an sich nichts Besonderes. Jeder der sich schon mal in so einer Situation wiedergefunden hat weiß, dass unter strengster Bewachung der Bewegungs und Investitionsradius ziemlich eingeschränkt ist. Mir ging es nicht anders. Ich stand unter strikter Observanz mit der Pflicht zur absoluten Befolgung der mir vorgegebenen Regeln, serviert mit meiner bedingungslosen Seite 4
    MIDLIFE CRISIS [Elftes Kapitel] Unterwerfung und tranchiert mit dem scharfen Messer der Unversöhnlichkeit. Die gemeinsame Haushaltskasse wurde argwöhnisch kontrolliert und mein Tageszeitkonto lückenlos überwacht, während das tränengeschmückte Vorwurfskonto Strapazen bis zur Schmerzgrenze erdulden musste. Den heiligen Märtyrern nacheifernd gab ich mich als perfekter Büßer. Mein vollkommenes Wohlverhalten war mit dem kompletten, mir zu Verfügung stehendem VerwöhnAroma, beginnend bei Amsterdam Blumen aus bis Zerknirschung absolute garniert. Dazu kam mein tiefes und aufrichtiges Bereuen mit dem vollkommen unwirksamen Versprechen, dies, und vor allem auch das niemals wieder zu tun. In dieser Situation hätte mich jeder Blumenhändler adoptiert und sofort sein Geschäft durch einen größeren Anbau erweitert. Vielleicht interessiert es dich, was aus meiner Seite 5
    MIDLIFE CRISIS [Aus Sina und andere Erlebnisse] sechzehnjährigen Ehe und meiner überalles geliebten Ehefrau geworden ist? Meine kurze Wohlverhaltensperiode hatte nichts bewirkt. Die seelischen Schmerzen, die ich ihr durch meine Affäre zugefügt hatte waren zu groß. Sie wollte Gerechtigkeit für sich und meinen Kopf, aufgespießt auf einer Stange und ausgestellt in der Donnerkuppel der hintergangenen Ehefrauen. Ich wollte es verdrängen, weil mir mein Glaube an das Gute m Menschen Halt gab. Immerhin steht schon in der Bibel geschrieben, dass man dem Sünder verzeihen soll. Aber es war offensichtlich. Sie beabsichtigte, über meinem auf einem Silbertablett liegenden, bluttriefenden Haupt, mit hochgezogenem Rock einen ausschweifenden Tanz zu Ehren von Nemesis aufzuführen, um dann meinen gespaltenen Schädel an ihrem Frauenstammtisch, auf dem Affenfelsen der hintergangenen Frauen, zur Begutachtung im Kreis herum gehen zu lassen. Was sollte ich tun? Ich war Seite 6
    MIDLIFE CRISIS [Elftes Kapitel] nicht mehr ihr Lebensinhalt. Ich war das arme Würstchen im eigenen Darm, das zwar mutig die Tat, eigentlich Taten in Serie begangen,...
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